Andrea Brandl () singt als Altistin seit zehn Jahren im Klangkunst-Chor Iffeldorf unter der Leitung von Andrea Fessmann. Am Samstag, 29. Januar, darf die Penzbergerin endlich wieder einmal ihr rotes Bühnenkleid aus dem Schrank holen. Mit einigen Wochen Verzögerung soll im Iffeldorfer Gemeindezentrum das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns erklingen.
SZ: Frau Brandl, im September hat Andrea Fessmann das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aufgeführt, nun singen Sie mit dem Klangkunst-Chor das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns. Ist in Iffeldorf das ganze Jahr über Weihnachten?
Andrea Brandl: Ja! Weil die Freude so groß ist, dass wir wieder singen dürfen. Im Ernst: Man muss in diesen Zeiten die Chancen nutzen, die sich einem bieten. Eigentlich war das Konzert vor Weihnachten geplant, dann muste es abgesagt werden. Genaugenommen geht die Weihnachtszeit aber bis zum 2. Februar, da ist Mariä Lichtmess.
Dann kriegen Sie ja am Samstag gerade noch die Kurve.
Genau. Und es wäre furchtbar schade gewesen, wenn wir das Stück nicht aufführen könnten. Andrea Fessmann hat eine bewundernswerte Energie - sie steckt uns alle damit an, und jetzt sind wir mit einer solchen Begeisterung bei diesem Projekt, dass es einfach auf die Bühne muss.
Was macht für Sie den Reiz dieses Oratoriums aus?
Es ist mal etwas ganz anderes. An Bachs Weihnachtsoratorium kommen musikinteressierte Menschen nicht vorbei. Dieses Oratorium ist neu für mich, und allein das schon macht Spaß. Der Chor verkörpert die himmlischen Heerscharen, wir bemühen uns, engelsgleich zu singen - so, wie Andrea es von uns verlangt. Es ist ein erhebendes Gefühl, diese Musik zum Klingen zu bringen. Da merkt man erst, was man in dieser Zeit vermisst.
Wie sind die Proben abgelaufen?
Im Herbst haben wir begonnen, es gab Proben im Freien, in einem Stadel, in einzelnen Stimmgruppen und online. Man sollte auch für sich zuhause üben. Zuletzt haben wir uns noch zweimal getroffen. Die Stimmung war gut, wenn auch ein bisschen reservierter als sonst. Vor der Probe haben wir uns getestet, das gab mehr Sicherheit. Super ist, dass die Gemeinde Iffeldorf uns die Turnhalle zur Verfügung gestellt hat. Man kann gut Abstand halten und zugleich wird das Aufeinanderhören geschult, weil die Nebenmänner und -frauen weiter als sonst entfernt sind.
Haben Sie noch einen späten Weihnachtswunsch?
Gesund bleiben und dass man sich wieder treffen kann! Die Einschränkungen sind belastend. Dass Musik und überhaupt Kultur wieder möglich werden. Das ist schon für uns Laien wichtig, erst recht für Berufsmusiker und andere Künstler - die hat es wirklich schlimm getroffen. Zunächst einmal freue ich mich auf ein wunderbares Konzert mit tollen Solisten.
Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns, Samstag, 29. Januar, Iffeldorfer Gemeindezentrum, Hofmark 9, Beginn 17 Uhr. Solisten sind Roswitha Schmelzl (Sopran), Beate Gartner (Mezzosopran), Birgit Rolla (Alt), Nikolaus Pfannkuch (Tenor) und Thomas Stimmel (Bass), es spielt das Iffeldorfer Bach-Orchester, die Leitung hat Andrea Fessmann. Karten zu 25 Euro gibt es unter christa-clauss@t-online.de oder Tel. 08856/3695
