Reden wir überGestohlene Namen

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Katharina Vollendorrf.
Katharina Vollendorrf. privat/oh

Die Künstlerin Katharina Vollendorf kämpft gegen ein chinesisches Plagiat im Netz

Interview von Petra Schneider, Dietramszell

SZ bei Google bevorzugen

Seit dreißig Jahren arbeitet Katharina Vollendorf als freischaffende Künstlerin und Fotografin. Die gebürtige Berlinern ist Miterfinderin der Ateliertage Berg-Icking und lebt seit 20 Jahren in Ascholding. Auf ihrer Webseite kann man sich einen Eindruck von ihren farbstarken Bilder machen, auf denen immer der Mensch im Mittelpunkt steht. Vor kurzem hat sie eine höchst unerfreuliche Mitteilung erhalten: Ihre Webadresse wurde von "Chinesen gestohlen", wie die 69-Jährige sagt.

SZ: Frau Vollendorf, wie haben Sie festgestellt, dass mit Ihrer Homepage etwas nicht stimmt?

Katharina Vollendorf: Ich habe eine E-Mail bekommen, dass ich meine Webadresse zurückkaufen kann. Das war eine richtige Erpressung. Eine Summe wurde nicht genannt, die E-Mail war auf Englisch und mit einem Mädchennamen unterschrieben. Ich habe das sofort gelöscht.

Inwiefern wurde die Adresse denn gestohlen?

Meine lautet Katharinavollendorf.de. Wenn man nach dem Namen nicht ".de" sondern ".com" eingibt, dann erscheinen niveaulose Seiten mit halbnackten Frauen, chinesischen Texten, schreiend bunten Mangas und Werbung für Spiele und Lotterien. Katharina Vollendorf ist mein Künstlername, und ich habe immer gedacht, dass Künstlernamen geschützt sind. Aber offenbar ist das nicht so. Ich habe jedenfalls noch nie gehört, dass man sich einfach einen Webnamen nehmen kann.

Offenbar geht das. Fürchten Sie Nachteile?

Ja, natürlich. Ich habe mir über Jahre mühevoll mit meinen Bildern und Skulpturen einen Namen aufgebaut, und zwar weltweit. Der wurde mir über Nacht von irgendwelchen Leuten gestohlen. Wenn Interessenten jetzt auf die Adresse Katharinavollendorf.com gehen und die billigen Seiten sehen, dann springen sie womöglich gleich wieder ab. Vor allem ist bei dieser Webseite meine komplette Adresse und Telefonnummer angegeben. Ich schließe jetzt immer meine Haustüre ab, weil ich das schon ein bisschen bedrohlich finde.

Kann man dagegen irgendwie vorgehen?

Ach, wissen Sie, ich bin nicht der Typ, der strafrechtlich was unternimmt. Aber das ist schon ein starkes Stück.

© SZ vom 14.12.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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