Schüler des Gabriel-von-Seidl Gymnasiums in Bad Tölz haben sich in einem Filmprojekt mit den Diktaturen des Nationalsozialismus und der DDR beschäftigt. Unter Anleitung ihres Lehrers Cornelius von der Heyden haben die Schüler ein Konzept entwickelt und sind für die Dreharbeiten nach Berlin gefahren. Im Rahmen einer Präsentation wird der Film am Mittwoch, 22. Januar, um 19.30 Uhr in der Schulaula gezeigt. Die SZ hat mit Henri Vesper gesprochen.
SZ: Woher kam der Ansporn für das Projekt?
Henri Vesper: Im Zuge unseres Projekt-Seminares mit dem Leitfach Geografie durften wir aus unterschiedlichen Themen wählen. 14 von uns Schülern haben sich dann bewusst für das Seminar "Auf den Spuren der ehemaligen Diktaturen in der Bundeshauptstadt Berlin" im Leitfach Geografie entschieden.
Hatten die beteiligten Schüler filmische Vorkenntnisse?
Ja, es gab einige Schüler unter uns, die schon mal mit Kameraequipment gearbeitet haben und bereits erste Grundkenntnisse besaßen. Bei den Filmarbeiten vor Ort in Berlin hat uns außerdem der erfahrene und mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilmer Edwin Bude unterstützt.
Was hat Sie bei Ihren Recherchen am meisten beeindruckt?
Am beeindruckendsten waren die Gespräche mit den Zeitzeugen. Die Möglichkeit, persönliche Erfahrungen und Geschichten hören zu können, ist immer am spannendsten und oftmals sehr bewegend. Deshalb nehmen die Gespräche mit Zeitzeugen auch den größten Teil des Films ein und sorgen somit für Authentizität und eine hohe Glaubwürdigkeit.
Wie hat sich Ihre Sicht auf die gesamtdeutsche Demokratie durch das Projekt verändert?
Solche Projekte sind essenziell wichtig, damit die Menschen -insbesondere die Jugend - nicht vergessen und sich stets an diese Zeiten erinnert. Die heutige Demokratie ist einfach unabdingbar, das haben uns die Erfahrungsberichte all unserer Zeitzeugen klar verdeutlicht. Im Rahmen des Projektes haben wir uns auch mit dem Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan von der CSU unterhalten und die Frage nach der Wichtigkeit unserer jetzigen Demokratie besprochen. In diesem Gespräch wurde deutlich, wie sensibel die demokratischen Verhältnisse mitunter sind und dass es sich lohnt, jeden Tag aufs Neue für deren Erhalt einzustehen.
An wen richtet sich die Filmvorführung?
An alle Menschen, die Geschichte nicht nur aus Büchern erleben wollen, denn Aufklärung betrifft uns alle! Besonders sehenswert ist dieser Dokumentarfilm für diejenigen, die sich für die Herangehensweise junger Menschen interessieren.
Was passiert mit dem Film nach der Uraufführung?
Wir werden den Film der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellen und zum Beispiel auf dem Videoportal "Youtube" hochladen. Auch eine Verwendung im Unterricht für nachfolgende Schülergenerationen ist denkbar. Des Weiteren möchten wir den Film in eine unabhängige Bewertung geben und bei verschiedenen Jugendwettbewerben einreichen.
