RamadanAustausch beim Fastenbrechen

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Angeregte Unterhaltung: Die Weilheimer Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Christian Kopp (Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern), Innenminister Joachim Herrmann, Ministerpräsident Markus Söder und Imam Benjamin Idriz (von links).
Angeregte Unterhaltung: Die Weilheimer Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Christian Kopp (Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern), Innenminister Joachim Herrmann, Ministerpräsident Markus Söder und Imam Benjamin Idriz (von links). Harry Wolfsbauer
  • Ministerpräsident Söder und Innenminister Herrmann folgen der Einladung zum interreligiösen Fastenbrechen der Islamischen Gemeinde Penzberg am Sonntag.
  • Imam Benjamin Idriz betont, dass die 2005 eröffnete Moschee mit 550 Mitgliedern aus 40 Nationen ein Leuchtturmprojekt für Dialog geworden sei.
  • Söder und Idriz sind sich einig, dass mehr Dialog zwischen den Religionen nötig ist, um Vertrauen zu schaffen und Spaltungstendenzen entgegenzuwirken.
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Ministerpräsident Söder folgt der Einladung des Islamischen Zentrums zum interreligiösen Iftar nach Penzberg und ist sich mit Imam Benjamin Idriz einig: Es braucht mehr Dialog.

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

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Von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang wird gefastet. Muslime auf der ganzen Welt begehen den heiligen Monat Ramadan. Es ist eine Zeit der inneren Einkehr, des Gebets und des sozialen Engagements. Erst wenn die Sonne verschwunden ist, geht es zu Tisch. Auf Arabisch heißt dieses Fastenbrechen, das jeden Tag zu einer anderen Uhrzeit stattfindet, „Iftar“. Die Islamische Gemeinde Penzberg versammelte sich am Sonntag zu einem interreligiösen Fastenbrechen. Mit dabei waren auch Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU).

Vor zwei Jahren hatte die Penzberger Gemeinde Söder zum gemeinsamen Fastenbrechen eingeladen. Dieser Bitte kam der nun nach. Ebenfalls zu Gast beim interreligiösen Iftar waren unter anderem Vertreter anderer Glaubensrichtungen wie der Generalvikar der Erzdiözese München und Freising, Christoph Klingan und der Landesbischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, Christian Kopp.

Ehe es zu Tisch ging, stellte Imam Benjamin Idriz das Islamische Forum an der Bichler Straße vor: Die Moschee sei 2005 eröffnet worden und verpflichte sich seitdem, ein Ort des Dialogs und Miteinanders zu sein. Etwa 100 000 Besucher seien in den vergangenen Jahren gekommen, darunter zahlreiche Schulklassen. Seit etwa zehn Jahren würden die Predigten auf Deutsch gehalten. Finanziert wurde der Bau mittels Spenden. Der größte Geldgeber war Scheich Sultan bin Mohammed al Qasimi, Herrscher des Emirats Schardscha, der mehr als drei Millionen Euro zur Verfügung stellte.

Was vor mehr als 20 Jahren mit dem Plan, eine Moschee zu bauen, begonnen habe, sei zu einem Leuchtturmprojekt geworden, sagte Idriz. Mittlerweile hat die Gemeinde 550 Mitglieder aus 40 Nationen. Bei den Freitagsgebeten oder zu Ramadan platzt die Moschee aus allen Nähten, sodass die Predigten auch in einem Nebenraum übertragen werden müssen.

Vor dem gemeinsamen Essen durften die Gäste dem Gebet in der Moschee beiwohnen.
Vor dem gemeinsamen Essen durften die Gäste dem Gebet in der Moschee beiwohnen. Harry Wolfsbauer

In einer Welt, die mehr Frieden gut brauchen würde, habe man in Penzberg einen Ort geschaffen, der Religionen und Kulturen verbinde, betonte Idriz. Einen Wermutstropfen gibt es in den Augen des Penzberger Imams: dass in der Landeshauptstadt München immer noch ein solcher Ort, also eine Moschee nach Vorbild Penzbergs, fehle.

Typische Speisen beim Iftar sind etwa Datteln oder die Ramadan-Suppe aus Linsen. Nach dem Gebet erwartete die Festgäste ein opulentes Mahl. Dass Söder der Einladung nach Penzberg gefolgt sei, sei für die hiesigen Muslime mehr als ein protokollarischer Termin, betonte Idriz eingangs. Für die Gemeinde sei der Besuch ein Zeichen, dass Muslime ein Teil der Gesellschaft seien.

„Wir sind Muslime und Bürger dieses Landes“

„Wir sind Muslime und Bürger dieses Landes“, sagte Idriz. Die „Schönheit dieses Abends“ liege darin, dass niemand im Raum – egal welcher Herkunft und Religion – seine Identität verleugnen müsse, um dazuzugehören. Dialog schaffe Vertrauen, so der Imam. Das sei wiederum das Fundament jeder Demokratie. Vielfalt müsse als gemeinsame Verantwortung verstanden werden.

Dies sei nicht sein erstes Fastenbrechen, berichtete Söder. Er sei des Öfteren bei der islamischen Gemeinde in Nürnberg zu Gast gewesen. Glaube gebe Kraft und sei ein Anker, sagte der CSU-Politiker. Daher befürworte er, dass religiöse Wurzeln respektiert würden und niemand sein „Erbe“ vergesse. Dies sei kein einfacher Prozess, zumal in Zeiten, in denen es Strömungen gebe, die Religionen missbrauchten.

Söder stimmte Idriz zu, dass ein ständiger Dialog sehr wichtig sei. „Davon brauchen wir mehr.“ Dialog sei allerdings nur dann sinnvoll, wenn es jemanden gebe, der zuhört, sagte Innenminister Herrmann. Auch er warnte vor Menschen, die auf eine Spaltung der Gesellschaft aus seien. Diesen Tendenzen dürfe man nicht unkommentiert zuschauen, man müsse Lösungen anbieten. Sonst kämen „böswillige Menschen“ zum Erfolg, die irgendeinen Unsinn verbreiteten.

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