Um zum bedeutendsten Liebesnest Wolfratshausens zu gelangen, darf man nicht schwach auf der Brust sein. 97 Stufen geht es hinter der Stadtpfarrkirche hinauf Richtung Bergwald. Dann steht man vor der Gartenpforte eines Häuschens, das sich an den Abhang schmiegt und den etwas kecken Namen Lutz-Villa trägt. Dort verbrachte der 22-jährige Rainer Maria Rilke im Sommer 1897 vier intensive Wochen mit der 14 Jahre älteren Schriftstellerin und Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé. Dort hat er seinen Vornamen, seine Handschrift und seine Art zu Schreiben geändert. Der Sommer in Wolfratshausen hat Rilkes Leben geprägt – und damit auch die deutsche Literaturgeschichte. Zum 150. Geburtstag des Dichters droht das Lutz-Häuschen indes in Vergessenheit zu geraten.
Boheme in WolfratshausenWo der junge Rilke zum Dichter wurde
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„Lösch mir die Augen aus: ich kann dich sehn“: Rainer Maria Rilke war 22 Jahre alt, als er 1897 mit Lou Andreas-Salomé in Wolfratshausen einen prägenden Sommer erlebte. Nun jährt sich sein Geburtstag zum 150. Mal – und im Bergwald wäre wieder ein Liebhaber gefragt.
Von Stephanie Schwaderer, Wolfratshausen

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