FrühlingsgefühleWas wächst denn da ...

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Am schönsten ist's, wenn Frühling ist: Der Dachauer Hofgarten präsentiert in diesen Wochen seine üppige Blütenpracht.
Am schönsten ist's, wenn Frühling ist: Der Dachauer Hofgarten präsentiert in diesen Wochen seine üppige Blütenpracht. Johannes Simon
  • In Oberhaching wurden die Bodenschwellen gegen rasende Rennradfahrer vor der Kugler-Alm wieder aufgestellt und von drei auf sechs Stück verdoppelt.
  • Der Weltwald im Kranzberger Forst erwacht im Frühling mit 600 verschiedenen Pflanzen- und Baumarten aus drei Kontinenten zu neuem Leben.
  • In Erding sprudelt seit Kurzem ein neues Fontänenfeld am Friedrich-Fischer-Platz als Teil eines klimafitten Umbaus der Innenstadt - und vieles mehr.
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Alles neu macht der Mai, heißt es in einem Frühlingslied von Hermann Adam von Kamp aus dem Jahr 1818/1820. Wir haben das wörtlich genommen und uns in der Region nach Zuwächsen umgesehen. Damit ist nicht nur die Natur gemeint.

Von SZ-Redakteurinnen

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Im Jahreslauf ist der Mai wohl der Monat, den die Bayern erfunden haben könnten, weil er in diesem schönen Landstrich schon beginnt, bevor er überhaupt angefangen hat.  Zunächst schwingen die Hexen in der letzten Aprilnacht, der Walpurgisnacht, die Besen und machen dem Winter beim Tanz ums Feuer spektakulär den Garaus. Ein paar Stunden später mühen sich jüngere und weniger junge lederbehoste Burschen in ihren jeweiligen Weilern mit dem Aufstellen des Maibaums, denn der weiß-blau bemalte Stamm sollte spätestens zum Mittagsläuten steckerlgerade auf dem Dorfplatz stehen. Zur Belohnung gibt's die erste frisch gezapfte Outdoor-Maß.

Suchte man für den Mai, diesen wunderbaren Wonnemonat, einen Vergleich, wäre er von seiner Wucht her wohl eine Blaskapelle. Auf den signalartigen Auftakt der Trompeten oder Flügelhörner (Hexen) folgt der rhythmische Einsatz des Schlagwerks (Maibaum Zentimeter für Zentimeter in die Höhe wuchten), um den Marschtritt vorzugeben (die Natur erwacht mit Wumms zum Leben). Nun gut, diese Beschreibung stammt vom Blasmusikverband Burgenland. Aber so weit ist Bayern von dort ja auch nicht entfernt.

Zurück zu Hermann Adam von Kamp: Der Mai steht für Lebensfreude und das Feiern des Frühlings nach endlos dunklen Wintertagen. Aber was macht er denn nun alles neu? Acht Beispiele aus dem Münchner Umland.

Sommer-Schwellen gegen rasende Rennradler

Radlerbremsen Sebastian Gabriel

Es gibt womöglich keinen Rennradfahrer aus München, der nicht schon mal an der Kugler-Alm in Oberhaching vorbeigekommen ist. Das sollte eigentlich auch kein Problem sein. Zumal der Biergarten in Oberhaching als legendärer Ursprung der Radler-Mass gilt und Radfahrer hier prinzipiell willkommen sind. Wären da nicht die rücksichtslosen Raser auf ihren schnellen Rennrädern, die diesen Ort vor allem im Sommer zur Problemzone machen. Seit vergangenem Jahr versucht die Gemeinde in den warmen Monaten mit Bodenschwellen aus schwarz-gelbem Kunststoff die Schnellfahrer zwingen, vor dem Eingang zur Wirtschaft das Tempo auszunehmen.

Den Winter über waren die drei Speedbreaker verschwunden. Sie wurden abgeschraubt, um dem Winterdienst die Fahrt in den nördlichen Bereich der Linienstraße zu ermöglichen. Denn auch dort wohnen Leute. Bei niedrigen Temperaturen wagen auch nur die ganz hartnäckigen und überaus ambitionierten Rennradfahrer mit Überschuhen und Mützen unterm Helm die Ausfahrt ins Oberland. Doch jetzt sie wieder da: die großen Trupps an Rennradfahrern. Und die Schwellen. Beide haben sich über den Winter sogar vermehrt.

Denn der Rennradsport boomt offenbar ungebremst. Auch die Gemeinde hat aufgerüstet und im Bereich südlich der Kugler-Alm zu den bereits bekannte drei Schwellen ein weiteres Trio in schwarz-gelb auf den Asphalt aufgebracht. Blöd nur, dass die sich leicht über den Gehsteig umfahren lassen. Was viele dann auch tun. Sehr zum Unmut der Fußgänger. In Oberhaching merkt man, dass Frühling ist, wenn sich Radfahrer und Anwohner wieder gegenseitig beschimpfen. hilb

Frühling auf drei Kontinenten im Weltwald

Im Frühjahr blüht der Weltwald im Kranzberger Forst auf. Andreas Schwaiger, der Leiter der Baumsammlung, zeigt hier einige blühende Sträucher und Bäume im Botanikum, ein Blickfang sind auch japanische Kirschbäume im Asien-Teil.
Im Frühjahr blüht der Weltwald im Kranzberger Forst auf. Andreas Schwaiger, der Leiter der Baumsammlung, zeigt hier einige blühende Sträucher und Bäume im Botanikum, ein Blickfang sind auch japanische Kirschbäume im Asien-Teil. Marco Einfeldt

Zwischen Freising und Allershausen liegt das Tor zur Welt. In nicht ganz drei Stunden durch drei Kontinente, das können nicht einmal die Airlines am nahen Flughafen bieten. Im Kranzberger Forst ist das kein Problem. Jetzt im Frühling erwacht der Weltwald zu neuem Leben. Etwa 600 verschiedene Pflanzen- und Baumarten sind hier zu finden, jedes Jahr kommen weitere dazu. Andreas Schwaiger, Leiter des Arboretums, führt an einem noch etwas kühlen Tag Mitte April durch das Botanikum, das Herzstück des 100 Hektar großen Geländes. Kirschpflaume und Magnolien haben gerade ihre Blüten geöffnet. Noch ist der Weltwald nicht so üppig bewachsen wie im Sommer. Doch jetzt im Mai bezaubert er mit einer ganzen Palette an frischen Grüntönen sowie rosa und weißen Blüten – vor allem im Asien-Teil mit Bäumen wie der Japanischen Blüten-Kirsche.

Etwa 3000 Pflanzen kommen in der Baumsammlung Jahr für Jahr hinzu, in der Regel sind darunter etwa 20 neue Arten. Auf Schwaigers Wunschliste steht etwa die Santa-Lucia-Tanne, die in Kalifornien beheimatet ist. Es sei aber gar nicht so leicht, an das Saatgut exotischer Pflanzen zu kommen, schildert der Leiter des Forstreviers Freising, zu dem der Weltwald gehört. Die Bayerischen Staatsforsten arbeiten eng mit dem Amt für Waldgenetik zusammen.

Unter Schwaigers Vorgänger Herbert Rudolf ist der Weltwald mit Pflanzen aus Asien, Nordamerika und Europa seit 2005 massiv ausgebaut worden, erste Pflanzungen erfolgten 1987. Um die Oberberghauser Kirche existiert zudem ein Kern mit über hundert Jahre alten Exoten wie Douglasie, Rot-Eiche oder Amerikanischem Tulpenbaum.

Studierende vom nahen Campus Weihenstephan nutzen den Weltwald für die Lehre, in erster Linie ist er aber ein Schauwald, eine parkähnliche Anlage für Naturliebhaber. Per QR-Code und mit der neuen App lassen sich Informationen über die Baumarten abrufen. Im Botanikum ist das Anfassen der Zweige und Stämme ausdrücklich erwünscht. Davon machen viele Spaziergänger Gebrauch, wie Spuren an der rauen Rinde des Küstenmammutbaums zeigen. Für Kinder gibt es einen Abenteuerspielplatz. psc

Erdings erste Wasserspiele

Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt: Seit Kurzem sprudelt das neue Fontänenfeld in der Erdinger Stadtmitte.
Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt: Seit Kurzem sprudelt das neue Fontänenfeld in der Erdinger Stadtmitte. Renate Schmidt

Rund um den Friedrich-Fischer-Platz in der Erdinger Altstadt plätschert seit Kurzem ein Fontänenfeld vor sich hin. Die ersten Erdinger Wasserspiele sehen nicht nur schön aus, sie sind Teil eines mehrstufigen Projekts, mit dem die Innenstadt angesichts kommender heißer Sommer klimafit umgebaut werden soll.

Zwölf frisch gepflanzte klimaresistente Bäume, je vier Feldahorn, Hopfenbuchen und Purpurerlen, sorgen für zusätzliche Abkühlung. Wer einmal abends in Erding unterwegs ist, sollte unbedingt auf dem Platz vorbeischauen - dann nicht wegen des Wasserspiels, sondern wegen des Lichtspiels: Die Bäume zeigen sich dann dank einer raffinierten nächtlichen Beleuchtung ganzjährig in Grün.

Auf dem Areal hat die Stadt mehrere Sitzbänke anbringen lassen, die bereits gerne für einen Ratsch genutzt werden. Zudem hat ein angrenzendes Café Stühle und Tische für die Bewirtung aufgestellt und ab etwa Juni wird ein weiterer Bereich des Friedrich-Fischer-Platzes außen bespielt werden, diesmal von der neuen Gastro in der angrenzenden Schrannenhalle. Der Sommer kann kommen. regi

Bad Tölz blüht auf

Der Tölzer Kurpark hat wieder Farbe bekommen.
Der Tölzer Kurpark hat wieder Farbe bekommen. Manfred Neubauer

Sie bringen Farbe, Struktur und Leben ins Stadtbild: all die Hornveilchen und Stiefmütterchen, die Stadtgärtner Christian Singer und seine Helfer in Bad Tölz frisch gepflanzt haben. Auch Bellis und Goldlack sind dabei, was nicht zuletzt die Tölzer Bienen und andere Nektarnascher freuen dürfte. 8000 Pflanzen blühen nun wieder im Kurpark und in der Fußgängerzone, am Vichyplatz oder im Franziskanergarten. Die Pflänzchen stammen von einer Gärtnerei in Reichersbeuern, wo sie im Auftrag der Stadt gezogen wurden. Ausgewählt hat sie Christian Singer. „Entscheidend ist, dass sie für die Witterung geeignet sind, also auch leichten Frost aushalten, und farblich zusammenpassen“, sagt er. Um im Frühjahr reich blühende Blumen zu haben, müsse man das ganze Jahr über Energie in die Bodenpflege stecken. Für die Frühjahrsbepflanzung verwendet er einen organischen Bodenaktivator und lockert die Erde durch Fräsen auf. Alle drei Wochen bekommen die Blumen eine Portion natürliche Nährsalze ins Gießwasser.

Wer duftende Rosen, Stauden und Kräuter liebt, kommt bei den Tölzer Rosentagen auf seine Kosten. Sie finden von Freitag, 22. Mai, bis Montag, 25. Mai, in den historischen Gärten am ehemaligen Franziskanerkloster statt – bereits zum 25. Mal. Auch Kunsthandwerker sind dann wieder zu Gast, die Holzmöbel, Emaille-Waren, Kleidung und Schmuck anbieten. Zudem gibt es musikalische Darbietungen und ein kulinarisches Angebot aus der Region. Informationen unter www.rosentage.de. stsw

Storchen-Frühling

Suchbild mit Storch: Seit Jahren schon nisten Weißstörche auf dem Horst über dem Kottgeiseringer Feuerwehrhaus.
Suchbild mit Storch: Seit Jahren schon nisten Weißstörche auf dem Horst über dem Kottgeiseringer Feuerwehrhaus. Heike A. Batzer

Der Mai ist für Vögel Aufbruch in die Zukunft. Jetzt brüten sie, um ihren Fortbestand zu sichern. Das gilt auch für die Weißstörche, die längst ins Münchner Umland zurückgefunden haben - auch dank eines erfolgreichen Schutzprogramms. Mittlerweile bleiben manche sogar das ganze Jahr und verzichten auf den beschwerlichen Überwinterungsflug in den Süden. Das bringt im Frühling Zeitgewinn bei der Besetzung der Nester. Die Menschen mögen die Störche, „Publikumslieblinge“ nennt sie der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV). Als Frühlingsverkünder wird ihnen laut Naturschutzbund (Nabu) eine Botschafterrolle zugeschrieben.

Dennoch kommt es da und dort zwischen Storch und Mensch zu Meinungsverschiedenheiten: wie neulich in Freising, wo sich die Störche partout auf der Mariensäule niederlassen wollten, oder in Emmering im Kreis Fürstenfeldbruck, wo sich ein Storchenpaar vor zwei Jahren auf dem Kamin der Kirche gemütlich einrichtete. Geht nicht, sagt der Mensch. Angebotene Ersatzquartiere aber stoßen bei den Vögeln nicht immer auf Zustimmung, in Emmering griffen sie zur Selbsthilfe und zogen in die oberste Etage um: ans steinerne Kreuz am Giebel der Pfarrkirche. Dort flechten sie auch jetzt wieder an ihrem Nest.

Die Störche, die vor zwei Jahren einen stillgelegten Kamin der Brauerei Maisach für sich entdeckten, sind ebenfalls zurück und auch die Weißstörche von Kottgeisering als die quasi dienstältesten im Fürstenfeldbrucker Land haben ihren Horst auf dem Schlauchturm des Feuerwehrhauses bezogen. In Mammendorf indes verschmähte ein Storchenpaar den von Menschenhand eingerichteten Horst auf der Alten Schule und wählte stattdessen ein Alternativquartier: einen Baum an einer Ortsausfahrt. baz

Rundum-Erlebnistag im Kletterwald

Der Kletterwald Vaterstetten hat mit einem neuen Spielplatz Zuwachs bekommen. Und auch die Fater-Alm bietet etwas Neues: Dort kann man nach getaner Kletterpartie künftig bis 23 Uhr den Tag ausklingen lassen.
Der Kletterwald Vaterstetten hat mit einem neuen Spielplatz Zuwachs bekommen. Und auch die Fater-Alm bietet etwas Neues: Dort kann man nach getaner Kletterpartie künftig bis 23 Uhr den Tag ausklingen lassen. Peter Hinz-Rosin

Über allen Wipfeln ist Ruh? Im Kletterwald Vaterstetten sicher nicht! Stattdessen hört man zwischen den Bäumen fröhliche Stimmen, Rufe und Gelächter, wenn Einzelpersonen, Schulklassen oder Betriebsausflügler einen der 13 Parcours auf unterschiedlichen Höhen meistern, die für die Drei- bis Vierjährigen schon bei einem Meter Höhe beginnen.

Dafür, dass es bald noch lauter wird, sorgen einmal die nun zusätzlich angebotenen Aktivitäten wie Bogenschießen, Spielplatz, Stockschießen oder Kugelbahnbau für Gruppen. Einen weiteren Magneten, vor allem für Familien, stellt der komplett neue Spielplatz dar. Mit Rutsche für die kleinen Geschwisterkinder, die noch nicht nach oben dürfen, Wippe und Kletterturm für die größeren Kids. „Uns sind die Kinder wirklich wichtig“, sagt dazu Betreiber Wolfgang Estermann. Und ergänzt, dass ihm genauso daran gelegen sei, dass auch Erwachsene sich austoben können „in diesem schönen Naturraum, weg vom Alltag“.

Um Groß und Klein einen „Rundum-Erlebnistag mit Top-Gastronomie“ zu bieten, erhält auch die direkt neben dem Spielplatz gelegene Fater-Alm ein Upgrade: Umbau der Küche, brandneue Innenausstattung und außen ein „schön gestalteter Waldgarten.“ Vor allem aber, so Estermann, müsse die urige Holz-Hütte mit überdachter Terrasse künftig niemand mehr verlassen, wenn es dunkel wird. Stattdessen könne man alles schön ausklingen lassen, da die Schankerlaubnis nun bis 23 Uhr gültig sei – die genauen Zeiten werde man noch austüfteln.

Erreichbar ist der „Münchner Wald – Kletterwald Vaterstetten“ per Bus, per Rad oder durch einen rund 25-minütigem Fußmarsch von der S-Bahn-Station. Auf den ebenfalls neuen Parkplatz passen 148 Autos und 30 Fahrräder, zudem gibt es drei E-Bike-Ladestationen und eine Radreparaturstation. mip

Endlich sicher radeln

Unfallrisiko gebannt: Vom Ortsteil Pierstling bei Grafing-Bahnhof bis zum Gewerbegebiet Taglaching gibt es nun ebenfalls einen Geh- und Radweg.
Unfallrisiko gebannt: Vom Ortsteil Pierstling bei Grafing-Bahnhof bis zum Gewerbegebiet Taglaching gibt es nun ebenfalls einen Geh- und Radweg. Anja Blum

Das Verhältnis zwischen Radlern und Autofahrern ist bekanntlich nicht das beste, immer wieder kommt es zu Konfrontationen aller Art. Umso schöner, dass in diesem Frühling vielerorts neue Radwege entstehen, die es den verschiedenen Verkehrsteilnehmern ermöglichen, Abstand zu halten. Zwischen den Orten Grafing und Bruck im Landkreis Ebersberg zum Beispiel wurde eine wichtige Lücke im Radwegenetz geschlossen: Nach fünf Monaten Bauzeit ist der Geh- und Radweg zwischen Grafing-Bahnhof und dem Gewerbegebiet Taglaching nun fertig.

Zwar sind es nur rund 400 Meter, die hier fehlten, doch die haben es in sich: Der bislang ungesicherte Abschnitt auf der Staatsstraße 2351 ist eng, kurvig und bietet daher eine nur eingeschränkte Sicht. Trotzdem gilt hier Tempo 100. Diese Situation brachte für Radfahrer wie Fußgänger ein hohes Unfallrisiko mit sich, sodass wohl so mancher doch lieber das Auto für die Strecke nutzte, anstatt umweltfreundlich unterwegs zu sein. Doch damit ist jetzt Schluss, der neue Geh- und Radweg macht zumindest eine bequeme Ausrede zunichte. Und: Er ist einer von zehn Bauabschnitten, die künftig eine durchgehende Verbindung bis nach Glonn ermöglichen sollen. abl

Café & Bistro „Maria“ im Kloster Beuerberg für Design-Fans

Neueröffnung des Café Maria und des Hotels Josef nach langer Umbauphase in der Beuerberger Klosteranlage. Alles wurde geschmackvoll und weitestgehend im Originalstil ausgebaut und eingerichtet.
Neueröffnung des Café Maria und des Hotels Josef nach langer Umbauphase in der Beuerberger Klosteranlage. Alles wurde geschmackvoll und weitestgehend im Originalstil ausgebaut und eingerichtet. Harry Wolfsbauer

Mit dem neuen Café & Bistro „Maria“ im Kloster Beuerberg erhält der Ort ein bemerkenswert gestaltetes Zentrum, das Historie und Gegenwart präzise verbindet. Der Anspruch zeigt sich bereits beim Eintreten: Bodenfliesen zitieren das gekreuzte Beuerberger Herz und verankern das Gestaltungskonzept sichtbar im kulturellen Erbe.

Ein Satz an der Wand – „Blühe, wo Du gepflanzt bist“ von Franz von Sales – fungiert als programmatisches Leitmotiv. Im Gastraum interpretieren Raumteiler aus Schwarzstahl die einstigen Gitterstrukturen der Klausur neu und übersetzen sie in eine offene, zeitgemäße Formensprache. Reduzierte Möbel greifen die Klarheit der historischen Klostereinrichtung auf und führen sie konsequent fort. Charakteristisch sind Formen wie Oval und Hohlkehle sowie Materialien wie Leinen, Porzellan und Stahl. Das eigens definierte „Beuerberger Grün“ setzt dabei einen identitätsstiftenden Akzent. Die Gestaltung folgt Werten wie Einfachheit, Gemeinschaft und Authentizität – spürbar in jedem Detail.

Bei schönem Wetter erweitert eine Terrasse mit Blick auf Wildblumenwiese und Flieder den Raum ins Freie. Kulinarisch setzt das Café auf eine kleine, sorgfältige Auswahl: Tagessuppe, Quiche oder Klostergartensalat stehen neben einer individuell kombinierbaren Klosterschale. Selbstgebackene Kuchen und Torten prägen die Auslage. Literarische Impulse auf den Tischsets liefern Auszüge aus dem Roman „Mr. Noon“ von D. H. Lawrence, der einst in Klosternähe weilte.

Geöffnet von Montag bis Mittwoch zieht das Café ein vielfältiges Publikum an – von Hotelgästen bis zu Kulturreisenden, Wanderern oder Fahrradfahrern. Ein Großteil des Ensembles birgt das Hotel „Josef“ mit 24 Zimmern und Gemeinschaftsräumen. anjb

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Kronen der Schöpfung
:Mia san Tier

Ob Störche oder Biber, Wölfe oder Wale: Wildtiere verhalten sich manchmal merkwürdig und lösen als lokale Attraktionen große Emotionen aus. Damit verbunden ist das menschliche Bedürfnis, der entfremdeten Natur und einer Zeit der Unschuld wieder näherzukommen.

SZ PlusEssay von Udo Watter

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