Die Kommune Wolfratshausen sieht ihre Entwicklungsmöglichkeiten für Wohnbebauung am östlichen Stadtrand durch mögliche Windenergienutzung auf Gebiet der angrenzenden Nachbargemeinden bedroht. Daher hat der Stadtrat am Dienstag mehrheitlich einer Stellungnahme zugestimmt, dass eine Ausweisung der Vorrangfläche für die Windkraft die Planungshoheit von Wolfratshausen nicht beeinträchtigen dürfe.
Die Fortschreibung des Regionalplans Oberlands sieht auf Dietramszeller und Eglinger Flur eine mögliche Vorrangfläche vor. Damit könnten Windkraftanlagen, wie Sebastian Sens von der städtischen Bauleitplanung erklärte, in weniger als 800 Meter Entfernung zu einem Wolfratshauser Areal entstehen, das der Flächennutzungsplan teils als Wohnfläche definiert und das die Stadtverwaltung als mögliche Entwicklungsfläche betrachtet.
„Es darf keine Beeinträchtigung für Wohnbebauung geben“
„Wir sind nicht grundsätzlich dagegen“, sagte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) zu Windrad-Plänen in der Nachbarschaft. „Aber es darf keine Beeinträchtigung für Wohnbebauung geben.“ In diesem Sinne müsse die Kommune im frühzeitigen Planungsstadium für die Windkraft Stellung nehmen. Denn wenn erst einmal eine Anlage stehe, habe die Stadt praktisch keine Handlungsmöglichkeiten mehr.
Aus der Grünen-Fraktion stimmten allerdings Assunta Tammelleo Hans Schmidt, Hans-Georg-Anders, Peter Lobenstein sowie Annette Heinloth dagegen. Die Dritte Wolfratshauser Bürgermeisterin betonte, dass sie eine Entscheidung schwierig finde. „Ich werde dem Einwand nicht zustimmen“, erklärte Heinloth. In Bayern gebe es viel zu wenige Windräder. Auf fossile Brennstoffe zu verzichten, bedeute auch, eine lebenswerte Gesellschaft zu gestalten.

