PilotprojektStraße mit Nanotechnik

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Gemeinde Münsing setzt neue Technik bei Sanierung ein

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Mit neuer Technik setzt die Gemeinde Münsing ein Pilotprojekt im Straßenbau um: Zur Sanierung der Verbindungsstraße zwischen dem Ortsteil Bolzwang und der Kreisstraße TÖL 20 sollen dem Zement Nanopolymere beigemischt werden. Die feinen Partikel dringen in jede Pore ein, verfestigen so den Unterboden und machen die Straße belastbarer. Wie technischer Bauamtsleiter Josef Limm im Münsinger Gemeinderat erläuterte, sei die Methode schon auf der Brennerautobahn erfolgreich eingesetzt worden. Auch in Tutzing oder Hohenschäftlarn gebe es Projekte mit Nanotechnik.

Die Praktik ist aus Limms Sicht vorteilhaft. Die Nanopolymere würden mit dem abgefrästen Asphalt und Zement vermischt. Kein Material müsse aufwendig abtransportiert werden, sagte er. Das verbessere die CO₂-Bilanz und sei kostenarm, weil schneller gebaut werden könne. "Man kann die Technik sogar in Wasserschutzgebieten einsetzen", so Limm.

Für die Sanierung des 550 Meter langen Teilstücks muss die Kommune 142 000 Euro brutto ausgeben. Der Einsatz der neuen Technik würde er als Pilotprojekt für die Kommune ansehen, sagte Limm. Allerdings sei die Methode aus seiner Sicht nur außerorts ratsam. Innerorts könne der stark verfestigte Untergrund problematisch werden, wenn nachträglich neue Leitungen eingezogen werden müssten.

Die Nanopartikel sind allerdings kunststoffhaltig. Daher warnte Christine Mair (Grüne) vor möglicherweise schädlichen Auswirkungen. Im Nachhinein hätte sich schon viele als unbedenklich geltende Stoffe als bedenklich herausgestellt, sagte sie. Wie sich Nanopartikel auf den Menschen oder Tiere auswirkten, wisse man nicht. "Was wir einmal in die Umwelt freigesetzt haben, landet bei uns in der Nahrungskette", mahnte Mair. Sie stimmte mit ihrem Grünen-Ratskollegen Matthias Richter-Turtur und Ursula Scriba (Bürgerliste) - aus deren Sicht werde der stark verfestigte Untergrund bei Umbauarbeiten problematisch - gegen das Verfahren. Thomas Schurz (CSU) warb dafür, mit der Zeit zu gehen. Auch die auf Erdöl basierende Bitumenschicht im konventionellen Straßenbau sei nicht unbedenklich.

© SZ vom 29.07.2020 / bene - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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