Süddeutsche Zeitung

Bauprojekt in Lenggries:Neues Pflegeheim kommt nochmals teurer

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Die Kosten für das geplante Haus mit 90 Plätzen steigen um 2,5 Millionen auf nunmehr 24 Millionen Euro. Der Grund dafür sind höhere Bau- und Rohstoffpreise.

Von Petra Schneider, Lenggries

Der Neubau des Pflegeheims wird noch einmal teurer: Lag die Kostenschätzung im vorigen Jahr bei 21,4 Millionen, rechnen die Planer nach aktuellem Stand nun mit knapp 24 Millionen Euro. Die Differenz von rund 2,5 Millionen sei vor allem den gestiegenen Bau- und Rohstoffpreisen, vor allem beim Stahl, geschuldet. Aber auch einer Energieeffizienzerhöhung des Gebäudes auf Stufe 40, wie Architektin Claudia Specht im Gemeinderat erklärte. Dies werde durch verbesserte Dämmung, Wärmerückgewinnung und eine PV-Anlage auf dem Dach erreicht.

Diese Mehrkosten würden sich durch Energieeinsparungen aber "mehr als amortisieren", sagte Specht. Außerdem erhöhe sich durch die Maßnahmen auch die Fördersumme für die Gemeinde. In den Gesamtkosten sind rund 2,5 Millionen Euro enthalten, die die Caritas als Betreiberin für die Ausstattungen übernehmen muss, etwa für Möbel, Sicherheitsbeleuchtung oder die küchentechnische Anlage. Der Gemeinderat billigte die erneut vorgestellten Planungen und die Kostenberechnung mit einer Gegenstimme von Martin Willibald (FWG) - allerdings nicht ohne kritische Bemerkungen.

Umplanungen, etwa die Verkleinerung des Gebäudes auf zwei Flügel plus Mittelbau und die Streichung der Produktionsküche, hätten Zeit und Geld gekostet. "Das, was durch die Änderungen eingespart wurde, haben wir jetzt schon wieder drauf", sagte Christine Rinner (CSU). Günter Haubner (FWG) sprach von "Vier-Millionen-Sprüngen" seit Beginn der Planungen vor acht Jahren. "Wir haben bei zwölf Millionen angefangen, jetzt sind wir bei 24 Millionen." Dennoch waren die Gemeinderäte fast einhellig der Meinung, dass das Vorhaben nun zügig umgesetzt werden müsse. Ein Pflegeheim in Lenggries sei "alternativlos und unverzichtbar für die Zukunft", betonte Franz Schöttl (CSU). Als eine der größten Gemeinden im Landkreis stehe man auch in einer "sozialen Verantwortung", meinte Michael Gascha (FWG). Wie sich die Baukosten entwickeln, lasse sich nicht vorhersehen, "warten ist meistens keine bessere Option", sagte Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (FWG). Ein von Anwohnern gefordertes Schallschutzgutachten habe "nahezu keine Überschreitungen ergeben". Spitzen könnten durch kleinere Anpassungen, etwa ein Nachtparkverbot auf den Stellplätzen an der Karwendelstraße, vermieden werden. Dass das Projekt durch wiederholte private Einwendungen verzögert worden sei, sorgte bei einigen Gemeinderäten für Verärgerung. Das Areal sei von jeher für eine soziale Einrichtung vorgesehen gewesen, hieß es. Es müsse doch möglich sein, Projekte, die dem Gemeinwohl dienten, im Dorf zu bauen, ohne dass es Proteste gebe.

Das neue Pflegeheim soll 90 Plätze und eine Kurzzeitpflege bieten. Der Haupteingang und die Zufahrt für Besucher und Personal erfolgt über die Karwendelstraße, die Versorgungszufahrt über die Demmeljochstraße, weil dies laut Bauamtsleiter Ronny Bousseljot kürzer sei. Außenliegende Treppenhäuser mit Holzlamellen und Bewohnerbalkone sollen die Ansicht von der Südseite her auflockern. Beim Haupteingang ist eine Außenterrasse der Cafeteria geplant, ebenso ein "Sinnesgarten" in einer Streuobstwiese.

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