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Personelle Verstärkung:Knie-Spezialist aus Berlin

Wollen die Zukunft der Klinik gestalten: Dr. Kai Köster, Dr. Johannes Wolschner, Geschäftsführer Ingo Kühn und Dr. Stefan Schmidtbauer (v. li.).

(Foto: Hartmut Pöstges)

Oberarzt Johannes Wolschner soll in der Chirurgie der Kreisklinik neue Impulse setzen - und das Profil des Hauses schärfen

Von Konstantin Kaip

Mitten in der Debatte um ihre Zukunft hat sich die Kreisklinik Wolfratshausen personell verstärkt: Der Oberarzt und Kniegelenk-Spezialist Johannes Wolschner soll in der Chirurgischen Abteilung neue Impulse setzen. Der 37-jährige Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, der nach seiner Ausbildung an der Charité an verschiedenen Kliniken in Berlin tätig war - zuletzt zweieinhalb Jahre als Oberarzt im Jüdischen Krankenhaus - hat sich am Dienstag bei einem Pressetermin vorgestellt. Wolschner sei ein versierter Oberarzt mit sehr guter Ausbildung und Erfahrung, der sich in seinem ersten Monat bereits "gut integriert" habe, sagte der Chefarzt der Chirurgie, Stefan Schmidbauer. Neben der konservativen Versorgung von Unfallpatienten werde Wolschner die Profilierung der Klinik in der Kniegelenkchirurgie vorantreiben.

Dort habe bereits in den vergangenen Jahren sein Tätigkeitsschwerpunkt gelegen, berichtete der neue Oberarzt. Die Kniegelenkchirurgie sei "etwas, das ich mit Freude mache". An der Kreisklinik könnten praktisch alle Knieverletzungen behandelt werden, vom Kreuzbandriss über verrenkte Kniescheiben bis zur Endoprothese wegen altersbedingtem Verschleißes. Die Methoden hätten sich enorm entwickelt, die meisten Eingriffe seien inzwischen minimalinvasiv, erklärte Wolschner, der in dem von Kai Köster geleiteten Bereich Unfallchirurgie/Orthopädie auch eine Spezialsprechstunde für Knieverletzungen anbietet. "Die erforderlichen Schnitte werden immer kleiner." Auch wolle er den Einsatz individueller Implantate und die "Knorpelzüchtung", bei der Knorpelschäden mit körpereigenen Knorpelzellen behandelt werden, weiter ausbauen. Dieser "gestaltende Einfluss", mit dem er das Team aktiv unterstützen könne, habe ihn an der Stellenausschreibung besonders gereizt, sagte Wolschner. In Wolfratshausen habe er ein "sehr fruchtbares Arbeitsumfeld" gefunden.

Auch die Debatte um die Zukunft der Kreisklinik habe er verfolgt, sagte Wolschner. In die politische Diskussion wolle er sich nicht einmischen. "Ich habe die Kreisklinik aber als sehr gut aufgestelltes Krankenhaus kennengelernt, das auch über den Landkreis hinaus wichtige Funktionen der Grundversorgung erfüllt." Er könne sich "sehr schwer vorstellen", dass die Region auf das Haus verzichten könne.

Der Ausbau der Endoprothetik und Kniechirurgie sei ein Baustein des 2018 erstellten Gutachtens von Oberender & Partner zur Klinikzukunft, sagte Kreisklinik-Geschäftsführer Ingo Kühn. Er sei mit dem Auftrag angetreten, die darin gefassten Ziele zum Erhalt der medizinischen Leistungsfähigkeit seines Hauses umzusetzen. 2020 habe man trotz Corona externe Akteure an die Klinik binden und darüber hinaus einen Facharzt wie Wolschner akquirieren können. "Wir brauchen junge engagierte Mitarbeiter, die die Klinik vorantreiben", sagte Kühn. Er sei überzeugt, dass man damit einen Grundstein für die Zukunft der Kreisklinik lege. Zur politischen Debatte wollte sich Kühn nicht weiter äußern. "Wenn ich den Auftrag habe, Konzepte vorzulegen, werde ich das tun", sagte er jedoch zur jüngsten Forderung von Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler), auch die Klinik-Leitung solle eine Strategie für mögliche künftige Kooperationen vorlegen. "Ein Geschäftsführer arbeitet immer an Konzepten", sagte Kühn. "Wir haben schon eine Reihe von Ideen."

© SZ vom 09.06.2021
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