Penzberger PolitikStundenweise Entlastung

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Die Stadt möchte die Betreuungssituation für Senioren verbessern. Ein erster Schritt sind zehn neue Tagespflegeplätze

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

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Der demografische Wandel ist auch Thema in der Stadt Penzberg. Seit Längerem beschäftigt den Stadtrat die Frage, welche Betreuungs- und Pflegeangebote für Senioren ausgebaut oder neu geschaffen werden müssen. Im Juli hatte die Grünen-Stadtratsfraktion den Antrag gestellt, die Stadt möge die Einrichtung einer Tagespflege aktiv forcieren. Eine erste Entlastung in diesem Bereich schafft die Einrichtung von zehn Tagespflegeplätzen im Seniorenzentrum der Arbeiterwohlfahrt (Awo München-Stadt) an der Gartenstraße. Die Plätze stehen voraussichtlich von Herbst 2022 an zur Verfügung.

Oft sind Angehörige mit der zu pflegenden Person allein. Das führt in vielen Fällen zu physischen und psychischen Belastungen. Um es diesem Personenkreis zu ermöglichen, Familie und Freizeit, aber auch in hohem Maße die eigene Berufstätigkeit in Einklang zu bringen, ohne ständiges Gefühl des Überfordertseins, bedarf es unterschiedlichster Formen von Betreuungseinrichtungen. Eine davon ist die Tagespflege, also die zeitweise Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung.

Die Penzberger Grünen forderten in ihrem Schreiben die Verwaltung auf, ein geeignetes Grundstück zu suchen wie auch einen Träger für die Einrichtung. Ebenfalls schlugen sie vor, die Stadt solle die ersten beiden Jahre einen Defizitausgleich zusagen. Viele Penzberger würden ihre Angehörigen zur Tagespflege nach Seeshaupt fahren, führte Kerstin Engel (Grüne) in ihrer Antragsbegründung aus. Demnach gebe es einen Bedarf in der Stadt. "Diesen sollten wir decken", sagte sie und einen möglichen Träger finanziell unterstützen. Dass die Awo zehn Plätze an der Gartenstraße schaffen wolle, freue ihre Fraktion. Engel bat darum, dass die Awo ein Mal im Jahr dem Stadtrat berichten solle, wie sich das Seniorenzentrum an der Gartenstraße entwickle. Sicher ist sich Engel, dass der Bedarf an Tagespflegeplätzen in Penzberg größer sein wird. Daher sollte die Stadt - eventuell mit einem zweiten Träger - über eine weitere Einrichtung nachdenken, etwa auf dem Gelände des alten Schlachthofs an der Karlstraße 6. Die Tagespflege könnte dort mit anderen Seniorenangeboten kombiniert werden.

Im Penzberger Rathaus hat man die Notwendigkeit erkannt, die Angebote für die Betreuung von Senioren auszubauen. Wenngleich man den Bedarf an Tagespflegeplätzen durch die Awo München-Stadt vorerst gestillt sieht. Das zweite Seniorenheim in Penzberg, der Steigenberger Hof, hält zwei Plätze vor, die aber laut Auskunft der Heimleitung nur zögerlich nachgefragt worden seien. Trotzdem sehe man auch dort, dass ein Ausbau dieses Unterbringungsangebots langfristig nötig ist. Allerdings ist am Steigenberger Hof nicht geplant, die Plätze aufzustocken. Beide Heimleitungen empfehlen, eine Tagespflege an eine bestehende Senioren-Einrichtung zu koppeln. Sollte absehbar sein, dass die vorhandenen Plätze nicht ausreichen, soll sich der Stadtrat erneut mit dem Thema befassen.

© SZ vom 01.09.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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