Süddeutsche Zeitung

Penzberger Politik:Raumnot im Rathaus

Stadt sucht Büros für ihre Mitarbeiter

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Im Penzberger Rathaus gibt es nicht genügend Platz für alle Mitarbeiter. Mit dieser Aussage wurden die Mitglieder des städtischen Bau- und Mobilitätsausschusses in der Sitzung am Dienstag konfrontiert. Sie staunten nicht schlecht, denn dass die Situation so prekär ist, war ihnen nicht bewusst. Einem "Schnellschuss" zur Lösung des Raumproblems wollten sie denn auch nicht zustimmen. Der gesamte Stadtrat muss sich nun mit dem Thema beschäftigen.

Ausgangspunkt der Diskussion war die Vorstellung eines Entwurfs für neue Räume, in welche die Museumsverwaltung umziehen sollte. Geplant ist ein erdgeschossiger Anbau auf einem Grundstück neben dem Campendonk-Museum. Der Bauausschuss erkannte den Vorteil, wenn Museumsmitarbeiter (vier Arbeitsplätze) künftig in der Nähe ihres eigentlichen Wirkungsortes untergebracht würden. Was die Räte allerdings schockte, waren die Kostenschätzungen. Zwei Varianten hat Architekt Thomas Grubert entworfen: eine kleine ohne Besprechungsraum und Platz für die Museumspädagogik für gut 480 000 Euro, und eine große Lösung für an die 600 000 Euro.

Adrian Leinweber (SPD), Sebastian Fügener (Grüne) und Armin Jabs (Bürger für Penzberg) wollten diese Summen nicht mittragen. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) gab zu bedenken, dass wegen der akuten Raumnot im Rathaus jene Besprechungsräume im zweiten Stock als Büros benötigt werden, die bislang die Stadtratsfraktionen für ihre Treffen nutzen. Ihnen sei nicht bewusst gewesen, dass die Situation so prekär sei, sagten Jabs und Maria Probst. Die CSU-Stadträtin bat darum, die Verwaltung möge eingehend prüfen, ob sich die alte Stadtbücherei am Rathausplatz nicht doch umnutzen lasse. Zumindest als Ausweichquartier für die Fraktionen, sagte Jabs. Im Übrigen sprach sich die Mehrheit dafür aus, lieber Räume in Rathausnähe zu mieten oder zu kaufen.

Geschäftsführer Roman Reis wollte dem Ausschuss einen "richtungsweisenden Beschluss" abringen, da die Zeit dränge. In seinen Augen ist etwa der Umbau der alten Stadtbücherei nicht kurzfristig umsetzbar, beziehungsweise gar nur eine Zwischenlösung. Für eine solche noch Geld auszugeben, halte er nicht für sinnvoll, meinte Reis. Wie er betonte, sei der Platzmangel unter anderem der Schaffung der neuen Abteilung 6 Umwelt- und Klimaschutz geschuldet.

"Ich habe heute zum ersten Mal von dem Problem erfahren", sagte Jabs. Über Nacht könne er keine Lösung bieten, damit fühle er sich überfordert. Abteilungsleiter Tom Sendl betonte, dass die Museumsverwaltung gerne im Rathaus bleiben möchte. Doch die Büros fehlten.

Die Verwaltung wurde daraufhin gebeten, entsprechende Büroflächen zu suchen und auch eine kostengünstigere Lösung für einen Anbau beim Museum erarbeiten zu lassen. Bis die Ergebnisse vorliegen, wurde der Tagesordnungspunkt zurückgestellt.

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Quelle:
SZ vom 03.12.2020
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