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Penzberger Politik:Raum für die Camping-Lust

Penzberg Luftbild

Bei der Baumreihe, die die beiden befestigten Flächen trennt, sollen die Wohnmobil-Stellplätze entstehen.

(Foto: Manfred Neubauer)

Der Penzberger Bauausschuss macht den Weg frei für zwölf neue Wohnmobil-Stellplätze beim Volksfestplatz auf der Berghalde

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Urlaub mit dem eigenen Wohnmobil verzeichnet in Corona-Zeiten einen deutlichen Schub. Dem Trend möchte die Stadt Penzberg Rechnung tragen und Wohnmobilstellplätze anbieten. Nach langem Hin und Her scheint nun der ideale Standort gefunden zu sein. Der Bauausschuss einigte sich auf eine Freifläche am Volksfestplatz auf der Berghalde. Dort sollen zwölf Stellplätze für Wohnmobile entstehen. Das soll etwa 36 000 Euro kosten.

Urlauber mit Wohnmobil haben momentan schlechte Karten in Penzberg. Der Stellplatz am Kirnberger See ist auf Beschluss des Stadtrats geschlossen worden. Dort war es zu massiven Problemen mit den Campern gekommen. Aber überhaupt kein Angebot für Touristen in diesem Sektor zu machen, kam für das Gremium auch nicht infrage. Die ursprünglich vorgesehenen Stellplätze an der Birkenstraße können erst von 2024 an realisiert werden, weil erst das neue Familienbad fertig gebaut werden muss. Eine Zwischenlösung sollte her. Die Verwaltung präsentierte am Dienstag mehrere Varianten rund um die Berghalde.

Im Vorfeld verworfen hat das städtische Bauamt den Parkplatz an der Henlestraße hinter dem Edeka-Markt. Dort hätten lediglich drei Wohnmobile Platz gefunden. Dafür hätten alle Pkw-Parkplätze geopfert werden müssen. Ferner gebe es Probleme mit der "Anfahrbarkeit", sagte Stadtbaumeister Justus Klement. "Es ist zu eng."

Daher konzentrierte sich die Verwaltung zum einen auf den Parkplatz am Fuße des Berghalden-Skihangs, zum anderen auf den Volksfestplatz auf der Berghalde. Nördlich des Skihangs hätten zwölf Stellplätze auf einer Fläche von zehn mal sechs Metern samt Ver- und Entsorgungsstation sowie Stromanschluss Platz. Allerdings müssten für diese Variante 28 Pkw-Stellplätze weichen und der bestehende Grünstreifen, der die beiden Parkreihen voneinander trennt, beseitigt werden, führte Klement aus. Die Zu- und Ausfahrten seien groß genug. Drei Strom-Stelen insgesamt würden ausreichen. Kosten: knapp 81 000 Euro. Auf dem Parkplatz am Skihang prüfte das Bauamt zudem an anderer Stelle eine kleine Lösung mit nur drei Wohnmobil-Stellplätzen. Laut Kostenschätzung wäre sie die günstigste Variante mit etwa 9500 Euro, aber auch nicht sonderlich attraktiv, wie das Gremium befand. Eine Ver- und Entsorgungsstation ist bei dieser Lösung nicht vorgesehen.

Besser gefiel dem Bauausschuss, auf einer Freifläche am Volksfestplatz zwölf Stellplätze mit Infrastruktur zu schaffen. Während des Volksfestes muss der Stellplatz gesperrt werden. Für Urlauber sei die Berghalde ein attraktiver Standort, sagte Hardi Lenk (SPD). Eine öffentliche Toilette sei vorhanden. Synergieeffekte könnten sich obendrein durch die Nähe des Berghalden-Stüberls ergeben, wo die Camper einkehren könnten.

Sebastian Fügener (Grüne) sprach sich ebenfalls für den Volksfestplatz-Standort aus, weil viele Kunden eines Baumarkts den Parkplatz am Skihang nutzten und die Urlauber nicht ungestört seien. Armin Jabs (BfP) sprach sich dafür aus abzuwarten, wie der Wohnmobil-Stellplatz auf der Berghalde angenommen werde. Sei die Auslastung gering, könne man sich den geplanten Standort an der Birkenstraße sparen. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) griff diese Anregung gerne auf. Einig waren sich die Mitglieder des Penzberger Bauausschusses, dass die Nutzung der Stellplätze nicht kostenfrei sein soll. Korpan sprach von zehn bis 15 Euro.

Die Bedenken des Gremiums, dass die Stellplätze die Ideen für die Neugestaltung des Freizeitgeländes Berghalde behindern könnten, räumte Klement aus. In zwei Monaten sollen die Vorschläge, die von einer Downhill-Strecke über Spielplätze reichen, den Stadträten vorgestellt werden. Martin Janner (PM) stimmte angesichts der Diskussion, freiwillige Leistungen in der Stadt einzusparen, gegen das Projekt.

© SZ vom 06.05.2021
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