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Penzberger Politik:Pfusch am Bau

Musikschule Metropol Abbruch

Beim Umbau des ehemaligen Filmtheaters Metropol zur neuen Musikschule hat es gehakt.

(Foto: Manfred Neubauer)

Musikschule wird zweieinhalb Monate später fertig

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Recht trostlos sah die Baustelle der neuen Penzberger Musikschule in den vergangenen Wochen aus. Nichts wollte mehr so richtig vorangehen beim Umbau des ehemaligen Filmtheaters Metropol. Den Grund hierfür nannte Projektsteuerer Peter-Andreas Müller vom Büro SM-P am Dienstag im Bau- und Mobilitätsausschuss: Es habe ein "Missgeschick" aufgrund menschlichen Versagens gegeben, sagte er. Die von einer beauftragten Firma gesetzten Mikropfähle halten im wahrsten Sinne des Wortes nicht das, was sie sollten. Neue Pfähle mussten in den Boden gebohrt werden. Auch wenn die Firma hierfür komplett die Kosten übernimmt, entsteht der Stadt in gewisser Weise doch ein Schaden. Die Fertigstellung der neuen Musikschule verzögert sich um zweieinhalb Monate. Sie ist nun voraussichtlich am 1. Februar 2022.

Am 9. Oktober kam es zum Baustopp im alten Metropol. Bei einer Prüfung habe sich ergeben, dass die Mikropfähle nicht dafür ausgelegt waren, die Last des Neubaus zu tragen, der innerhalb der verbliebenen, historischen Gebäudehülle errichtet wird. Auch seien die Bohrprotokolle "nicht sauber" geführt worden, berichtete Müller. Mit der verantwortlichen Firma sei eine Lösung gesucht worden. Zusätzliche Mikropfähle wurden in den Boden getrieben, weitere müssten komplett neu gesetzt werden. Bis Ende dieser Woche soll die "Reparatur" abgeschlossen sein. Eigentlich sollte längst mit dem Hochbau begonnen werden. Der erfolgt erst vom 7. Dezember an.

Die gute Nachricht sei, dass die Mehrkosten für die neuen Pfähle komplett zu Lasten der ausführenden Firma gehen, sagte der Projektsteuerer. Auf Nachfrage von Adrian Leinweber (SPD) fügte er hinzu, dass das auch für die zusätzlich angefallenen Planungskosten gelte.

Jack Eberl (Freie Lokalpolitik Penzberg) meinte, es solle der Stadt eine Lehre sein, im Bestand umzubauen. Besser sei es für die Zukunft, gleich etwas Neues hinzustellen. Müller erwiderte, dass es sich auf der Musikschulbaustelle um menschliches Versagen gehandelt habe. Das könne auch bei einem Neubau passieren. Die zeitliche Verzögerung von zweieinhalb Monaten ließe sich nicht mehr einholen, betonte der Projektsteuerer. "Wir wollen kein zusätzliches Geld für Beschleunigungsmaßnahmen ausgeben."

© SZ vom 03.12.2020
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