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Penzberger Politik:Layritzhalle wird neu gedacht

Für die einen ein Industriedenkmal, für andere ein Millionengrab: die Layritzhalle in Penzberg.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Der Stadtrat möchte alternative Pläne für das Blaulichtzentrum prüfen

Von Alexandra Vecchiato

Es soll ein Leuchtturmprojekt werden, das Blaulichtzentrum auf dem Areal der Layritzhalle in Penzberg. Freiwillige Feuerwehr, Bergwacht, Bayerisches Rotes Kreuz (BRK), Polizei und Wasserwacht vereint an einem Standort. So der ambitionierte Plan. Nun scheint es ein Umdenken zu geben. Der Stadtrat diskutierte das Millionen-Projekt in dieser Woche hinter verschlossenen Türen - auch über mögliche Alternativen. Mehr mag Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) auf Nachfrage mit Verweis auf die Nicht-Öffentlichkeit nicht bestätigen. "Wir wollen das Blaulichtzentrum neu denken", sagt Korpan. Gestorben sei das Vorhaben nicht. "Es laufen parallele Planungen."

Im Dezember 2017 hatte der Penzberger Architekt Stephan Jocher eine Machbarkeitsstudie vorgelegt, wie das Blaulichtzentrum aussehen könnte. Polizei und BRK würden demnach eigene Gebäude bekommen. Die Layritzhalle bliebe im Großen und Ganzen der Feuerwehr vorbehalten. Für den Bau des neuen BRK-Hauses wurde dieses Jahr der Bebauungsplan "Gewerbegebiet auf der Grube" geändert.

Inzwischen scheinen sich die Stadträte nicht mehr sicher zu sein, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Den Umdenkprozess ausgelöst hat wohl unter anderem der Umbau des ehemaligen Filmtheaters Metropol zur Musikschule. Eine trostlos anmutende Gebäudehülle ist übrig. Da mag manchem der Gedanke gekommen sein, ob ein Neubau nicht die bessere Lösung gewesen wäre - Fördermittel hin oder her. Die Kosten der Umnutzung der Layritzhalle - zuletzt war von bis zu 50 Millionen Euro die Rede - machen das Projekt nicht attraktiver, auch wenn die Regierung von Oberbayern 2018 einen Zuschuss in Aussicht gestellt hatte.

Da gefällt die Idee, das Lidl-Grundstück für den Neubau einer Feuerwache zu verwenden, wohl besser. Der Discounter zieht in ein paar Jahren auf das Edeka-Gelände um. "Das Lidl-Grundstück gehört nicht der Stadt", wiegelt Korpan ab. Allerdings war bereits unter seiner Vorgängerin die Rede, dass die Stadt sich diese Fläche sichern möchte.

Dass hinter verschlossenen Türen diskutier wurde, begründet der Bürgermeister mit Grundstücksangelegenheiten - ein Thema, das ein Stadtrat nicht öffentlich besprechen darf. Eventuell seien die Gedankenspiele im Herbst so weit fortgeschritten, dass sie in der Oktober-Sitzung des Stadtrats den Bürgern vorgestellt werden könnten, sagt Korpan. Mag sein, dass das "Umdenken" durch den Antrag der Fraktion Penzberg Miteinander ausgelöst wurde. Sie will überprüft wissen, ob das von den Stadtwerken geplante Biomasseheizkraftwerk hinterm Bauhof nicht besser in der Halle aufgehoben wäre.

© SZ vom 29.08.2020

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