Penzberger Politik:Ihr Kinderlein kommet

Wegen Bautätigkeiten: Stadt lässt Betreuungsangebote untersuchen

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Etwa 385 Wohnungen sollen auf dem Edeka-Areal zwischen Zibetholzweg, Grube und Henlestraße entstehen. Unter den künftigen Bewohnern werden auch Kinder sein - Mädchen und Buben, die voraussichtlich Krippe, Kindergarten, Hort und Schulen besuchen werden. Experten gehen davon aus, dass das Wohnquartier die Einrichtung einer neuen, viergruppigen Kindertagesstätte notwendig machen wird. Dabei bleibt es nicht. Weitere Gutachten sollen aufzeigen, was der Zuzug für die Penzberger Schulen bedeutet, für die die Stadt Sachaufwandsträgerin ist. Bei den Prognosen sollen nicht nur das Edeka-Areal berücksichtigt werden, sondern auch die Baugebiete an der Birkenstraße oder am Daserweg.

Erneut hat sich der Penzberger Stadtrat mit dem Bebauungsplan für das Edeka-Areal befasst. Obschon er im Bauausschuss ausführlich diskutiert worden war, hatten die Fraktionen von Grüne und Penzberg Miteinander vor der Sitzung E-Mails mit umfangreichen Fragen an die Verwaltung geschickt, die Bauamtsleiter Justus Klement beantwortete. Es ging unter anderem um den Verkehr im neuen Quartier, das autofrei sein soll. Allerdings müssen etwa Müllabfuhr und Rettungsdienste Zugang haben. Sorgen bereiteten Kerstin Engel (Grüne) die Paketanlieferungen, da die Fahrzeuge der diversen Paketdienste oftmals sehr schnell unterwegs seien. Klement versicherte, Projektentwickler Herbert Küblböck denke darüber nach, eine zentrale Paketstation auf dem Gelände zu planen. Ebenfalls würden Gespräche geführt, damit es im neuen Quartier einen Geldautomaten gebe. Doch all diese Details, so Klement, seien nicht Gegenstand des Bebauungsplans, der Baurecht schaffen soll. Die Kindertagesstätte sei Gegenstand des städtebaulichen Vertrags mit dem Projektentwickler. Offen sei, ob er diese selbst baue oder das die Stadt übernehme und er sich finanziell beteiligt.

Sein Bedauern drückte Aleksandar Trifunovic (CSU) aus, dass Edeka sich weigere, eine Kindertagesstätte auf dem Supermarkt, der neu im nördlichen Bereich entsteht, zu realisieren. Das Unternehmen beharrt auf einen eingeschossigen Bau. Allein wegen des Flächenverbrauchs sei es unsinnig, nicht das Dach des neuen Supermarktes zu nutzen, sagte Trifunovic. Dem pflichtete Rathaus-Geschäftsführer Roman Reis bei: Er finde die Argumentation von Edeka seltsam, insbesondere, da das Unternehmen bei seinen Produkten die Bezeichnung "Öko" stark bewerbe. "Aber sich bei der Nutzung eines weiteren Stockwerks so statisch zu verhalten, ist komisch." Reis plädierte dafür, in diesem Punkt nicht locker zu lassen.

Des Weiterern führte er aus, dass die Untersuchung des künftigen Kinderstättenbedarfs zwei Folgeaufträge nach sich gezogen habe. Dabei gehe es nicht nur um Kindergärten, sondern auch um die Schulen, vor allem um die Bürgermeister-Prandl-Schule (Grund- und Mittelschule). Schließlich müsse die Stadt frühzeitig planen können, sollte ein Ausbau notwendig werden. Letztlich werde sich das Wachstum ebenfalls bei Gymnasium und Heinrich-Campendonk-Realschule niederschlagen, für die der Landkreis Weilheim-Schongau zuständig ist. Im September sollen die Ergebnisse dem Stadtrat vorgestellt werden.

© SZ vom 29.07.2021
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