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Penzberger Breitfilz:Betreten erlaubt

Breitfilz Penzberg

Nicht zu übersehen sind die neuen Regeln, die in der Freizeitgarten-Anlage Breitfilz für Ordnung sorgen sollen. Bürgermeister Stefan Korpan präsentierte die neue Tafel bei einem Ortstermin.

(Foto: Manfred Neubauer)

Nach mehren Jahren des Bangens dürfen die Pächter ihre Gartenparzellen wieder nutzen

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Sommerliche Temperaturen, niedrige Inzidenzwerte und dazu noch Fußball-Europameisterschaft. Es könnte keinen passenderen Zeitpunkt geben, dass das Leben zurückkehrt in die Freizeitgärten im Breitfilz. Seit Dienstag dürfen die Pächter ihre Parzellen offiziell wieder nutzen. Allerdings unter strengen Regeln: Offenes Feuer etwa ist ab sofort verboten. Ein Zuwiderhandeln zieht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 1000 Euro nach sich. Die Sorge der Kleingartler, nie mehr unter freiem Himmel grillen zu können, konnte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) beim Ortstermin zerstreuen. Nach Rücksprache mit der Feuerwehr sind Gasgrills erlaubt.

Seit 2019 durften die Pächter der Gartenparzellen die Breitfilz-Anlage nicht mehr betreten. Nach zwei Bränden sah sich die Stadt Penzberg gezwungen, ein Verbot auszusprechen. Schon ein Jahr zuvor hatte das Landratsamt Weilheim-Schongau untersagt, die Kleingärten neu zu vermieten. Die Kreisbehörde hatte die "bau-, brandschutz-, naturschutz- und wasserrechtlichen Verhältnisse" im Breitfilz geprüft und daraufhin mit einer Schließung der Gartenanlage reagiert. Zu den größten Problemen gehörten der mangelnde Brandschutz, fehlende Flucht- und Rettungswege. Um die gesamte Anlage zu legalisieren, stellte die Stadt einen Bebauungsplan auf. Ferner wurden die Pächter aufgefordert, einen Verein zu gründen. An ihn möchte die Stadt künftig die Breitfilz-Gärten vermieten. Der Verein, der seit September 2020 unter "Freizeitgärten Breitfilz" firmiert, wiederum schließt Verträge mit den Nutzern ab.

Weil die Stadt den Bebauungsplan auf den Weg gebracht hätte, habe sich das Landratsamt darauf eingelassen, das Verpachtungsverbot aufzuheben, sagte Korpan. Natürlich solle in Zukunft mehr darauf geachtet werden, dass es auf den Parzellen nicht erneut zu Wildwuchs komme. Benzin, Akkus und ähnliches dürfen nicht mehr gelagert, Abfall muss zwingend entsorgt werden. "Ausnahme sind Akkus und Benzin für Rasenmäher und andere Geräte", so der Bürgermeister.

Der Verein freue sich riesig, dass das Betretungsverbot aufgehoben sei, sagte Beisitzer Thomas Szenyei. "Es läuft richtig gut. Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist hervorragend." Einige Pächter seien zwar enttäuscht, dass das Verfahren langsam voranschreite. Bis ein Vertrag mit der Stadt abgeschlossen werden kann, müssen noch Rettungswege gebaut werden, vor allem für die Feuerwehr.

Etwa 300 Parzellen umfassen die Freizeitgärten Breitfilz. Bis zu fünf sollen wegfallen. Der Bebauungsplan für das Areal ist öffentlich ausgelegt worden. Die Träger öffentlicher Belange, also Landratsamt, Stadtwerke oder Regierung von Oberbayern, und auch Privatpersonen haben ihre Stellungnahmen dazu abgegeben. Der Penzberger Bauausschuss beschäftigte sich am Dienstagabend mit diesen. 16 Stellungnahmen seien eingegangen, sagte Günter Fuchs vom Bauamt. Vor allem die Untere Naturschutzbehörde habe Einwände. Der Eingriff für den Wegebau und andere Maßnahmen müsse so gering wie möglich ausfallen, schreibt die Behörde. Gelbbauchunken, Ringelnattern und Zauneidechsen dürften nicht gestört werden. Wenn nötig, müssten Ersatzhabitate geschaffen, die Tiere einzeln gesammelt und umgesiedelt werden.

Im Juli wird es einen Ortstermin mit den beteiligten Ämtern geben, um über die Baumaßnahmen zu sprechen. Circa 650 000 Euro hat die Stadt für den Bau der Wege und eines Löschwassertanks im Haushalt 2021 stehen.

© SZ vom 17.06.2021
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