Penzberg zwischen Würde und WiderstandProtest gegen Krematorium

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330 Bürgerinnen und Bürger waren in die Stadthalle gekommen, viele von ihnen wegen des geplanten Humankrematoriums.
330 Bürgerinnen und Bürger waren in die Stadthalle gekommen, viele von ihnen wegen des geplanten Humankrematoriums. (Foto: Alexandra Vecchiato)

Die geplante Einäscherungsanlage am Penzberger Friedhof bringt Anwohner auf die Barrikaden. Sie machen bei der Bürgerversammlung ihrem Ärger Luft. Eine Bürgerinitiative formiert sich.

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Seit die Pläne für ein Humankrematorium am städtischen Friedhof in Penzberg bekannt wurden, regt sich Widerstand gegen das Projekt. Anwohner überlegen, eine Bürgerinitiative zu gründen. Massive Kritik hagelte es bei der Bürgerversammlung in der Stadthalle. Die Versammlung stimmte mehrheitlich dem Antrag zu, den Stefan Kirner einbrachte. Demnach muss sich der Stadtrat innerhalb von drei Monaten mit folgendem Ansuchen beschäftigen: „Ein Krematorium muss in Penzberg einen Mindestabstand von 500 Metern zu Schulen, Kindereinrichtungen, Sportanlagen und Wohnbebauung einhalten.“

Mit der Formulierung würde der Bau einer Verbrennungsanlage rund um den Friedhof verhindert – sollte der Stadtrat den Bürgerantrag positiv bescheiden. Das Unternehmen „Feuerbestattungen Oberland“ möchte auf einer Wiese zwischen Fischhaberstraße und Friedhof ein Krematorium errichten. Der Penzberger Stadtrat hatte diesen Standort favorisiert. Alternative wäre der Neubau im Gewerbegebiet Nonnenwald gewesen. Noch gibt es keine endgültige Entscheidung, ob das Vorhaben überhaupt im Stadtgebiet realisiert wird.

Das betonte Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) vor den 330 Anwesendem im Saal. Vor allem Anwohner kritisierten das Projekt scharf. Walter Kraus betonte, ihm werde schlecht, wenn er von seinem Fenster aus ein Krematorium sehen müsse. Nicht nur er fürchtet eine Belastung durch den Rauch, der bei den Einäscherungen aus dem Kamin steigen wird – etwa durch Quecksilber. Die erlaubten Grenzwerte bei Krematorien seien doppelt so hoch wie bei Müllverbrennungsanlagen, warf Franz Wenzel ein. Er wolle „so etwas“ nicht in einer Wohnsiedlung haben. Einen der Betreiber griff Tilly Fleckenstein an: Sie frage sich, warum Felix Leipold, Stadtrat in Geretsried, das Projekt nicht in seiner Heimatstadt verwirkliche.

Die möglichen Betreiber laden die Penzbergerinnen und Penzberger am Donnerstag, 4. Dezember, zu einer Informations- und Dialogveranstaltung in die Stadthalle ein (Beginn 19 Uhr).

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