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Aus dem Penzberger Bauausschuss:Wohin mit der Postfiliale?

Kein schmucker Anblick: Auch in Münsing hatte die Deutsche Post einen Interims-Container aufgestellt.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Penzberger Stadträte lehnen einen temporären Post-Container auf dem Friedhofsparkplatz ab - und suchen nach Alternativen.

Von Alexandra Vecchiato

Briefmarken kaufen auf dem Friedhofsparkplatz - diese Vorstellung löste bei den Mitgliedern des Penzberger Bauausschusses Kopfschütteln aus. Die Deutsche Post möchte einen Container auf der Fläche an der Fischhaberstraße aufstellen. Vorerst für zwei Jahre. Sie braucht eine neue Bleibe, nachdem die Poststelle in der Shell-Tankstelle nach einem Pächterwechsel geschlossen wurde.

Seit die Deutsche Post ihre Niederlassung an der Philippstraße geschlossen hat, gibt es noch Anlaufstellen in zwei Supermärkten - und bis vor Kurzem gab es eine weitere in einer der Tankstellen an der Seeshaupter Straße. Diese Poststelle versorgte die Stadtteile Steigenberg und Kirnberg. Weil momentan kein neues Domizil in Sicht ist, plant die Deutsche Post eine Interimslösung. Dabei handelt es sich um einen drei auf sechs Meter großen Container. Benötigt werden ein Stromanschluss sowie für die Mitarbeiter die Möglichkeit, eine Toilette nutzen zu können.

Zunächst hatte die Deutsche Post, die verpflichtet ist, ihr Angebot in diesem Bereich Penzbergs aufrechtzuerhalten, Kontakt zu den Betreibern eines Fachmarktes für Heimtierbedarf aufgenommen. Leider seien diese Gespräche aufgrund eines Kommunikationsproblems ins Leere gelaufen, berichtete Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) in der Sitzung am Dienstag. Bei Fressnapf an der Seeshaupter Straße sei man durchaus bereit, mit der Deutschen Post ins Geschäft zu kommen. Ein Vorteil wäre, dass die Mitarbeiter im Container die Toiletten des Tierfachmarktes benutzen könnten.

"Die Post ist auf uns zugekommen wegen des Standorts an der Fischhaberstraße", sagte Korpan. Der Friedhofsparkplatz sei nicht ideal. Bei einem Ortstermin habe man sich abgestimmt, wo der Container aufgestellt werden könnte. Auch wenn, wie es in der Verwaltungsvorlage heißt, die Behelfslösung "gestalterisch wenig überzeugend" sei. In der Tat sind die von der Post genutzten Container optisch nicht gerade ein Gewinn. Im tristen Beige kommen sie daher. Ein Briefkasten im traditionellen Gelb ergänzt das Ensemble. Wer Pakete aufgeben möchte, muss schon mal im Regen stehen bleiben.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Interimslösung auf dem Friedhofsparkplatz für zwei Jahre zu genehmigen, doch die Stadträte sahen das anders. "Der Friedhofsparkplatz geht gar nicht", sagte Hardi Lenk (SPD). Er schlug als Alternative einen Standort an der Kindertagesstätte an der Birkenstraße vor. Problem dort ist allerdings, dass die Mitarbeiter keine Toilette hätten. Während Lenk auf die Post schimpfte, die sich mit den Filialschließungen aus ihrer Verantwortung stehle, Achim Jabs (Bürger für Penzberg) kritisierte, dass sich das Unternehmen nicht richtig bemüht habe, eine ordentliche Bleibe zu finden, bat Jack Eberl (Freie Lokalpolitik Penzberg) darum, den Servicegedanken nicht ganz außer Acht zu lassen.

Der Standort am Friedhof wurde schließlich abgelehnt. Bürgermeister Korpan versucht zu vermitteln. Die Gespräche zwischen Post und Fressnapf sollen wieder aufgenommen werden. "Der Standort wäre ideal." Sollte es nicht klappen, könnte er sich den Post-Container auf dem Parkplatz der "Penzberger Möbelcentrale" vorstellen.

© SZ vom 17.06.2021
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