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Penzberg:Neues Zuhause für die Rochianer

Roche baut neues Laborgebäude

Gebündelte Forschung: "Labaratory Excellence Accelerator Penzberg", kurz "Leap", hießt der Neubau. Die Details sind noch offen, ein erster Entwurf zeigt aber zwei Gebäude, die ein großzügiges Atrium verbindet.

(Foto: Stadt Penzberg)

Bei dem Biotech-Riesen Roche am Nonnenwald sollen mehr als 800 Arbeitsplätze in ein neues Büro- und Laborgebäude verlagert werden

Von Alexandra Vecchiato

Derzeit geht es nur darum, im Nonnenwald eine Baugrube ausheben zu dürfen. Doch hinter dem Antrag, den der Penzberger Bauausschuss am Dienstag behandelt hat, steckt ein neues Büro- und Laborgebäude, das die Firma Roche Diagnostics GmbH plant. Bis zu 830 Arbeitsplätze sollen darin geschaffen werden. Gebaut wird auf einer Parkplatzfläche am Rand des südlichen Werksgeländes. Einen konkreten Termin für den Baubeginn gibt es noch nicht. Das Biotech-Unternehmen hofft auf einen Spatenstich noch im vierten Quartal dieses Jahres. Die Fertigstellung ist für 2024 geplant.

Das Baufenster hat eine Länge von gut 101 Metern und eine Breite von 72 Metern. Ganz so groß soll die Baugrube jedoch nicht werden. Laut Antrag misst sie 90 auf 70 Meter. Noch sei man in einer sehr frühen Planungsphase, teilt Roche auch Nachfrage mit. Daher sei nicht endgültig über die Optik des Neubaus entschieden. Einen ersten Entwurf gab es aber in der Sitzung zu sehen. Wie Stadtbaumeister Justus Klement betonte, füge sich das sechsstöckige Büro- und Laborgebäude harmonisch in die bestehende Bebauung ein. Der Neubau ist nach dem vorgestellten Entwurf in zwei Bereiche unterteilt, die durch ein großzügiges Atrium verbunden werden.

Laut Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) sollen in dem Neubau mit dem Namen "Labaratory Excellence Accelerator Penzberg", kurz "Leap", mehr als 800 Arbeitsplätze geschaffen werden, davon 130 neu. 700 bestehende Arbeitsplätze würden vom Firmengelände ins neue Gebäude verlagert. Diese Anzahl nennt auch Roche Diagnostics für die aktuelle Variante des Neubaus. Zwei Drittel der Angestellten dort sollen Labor-Tätigkeiten nachgehen.

Momentan ist die Diagnostik-Forschung über den gesamten Standort Penzberg in mehreren Gebäuden verteilt. Ferner gibt es noch eine Arbeitsgruppe in München. Die gesamte Forschung samt der Mitarbeitenden in München soll künftig im "Leap" unterkommen. Das neue Gebäude biete die Möglichkeit, etwa 60 Prozent aller Forscher in der Diagnostik am Standort zusammen in ein Gebäude unterzubringen, teilt Roche-Sprecher Johannes Ritter mit. Ferner sei mit dem Neubau der Grundstein gelegt, um alle Angestellten der Diagnostik-Forschung im Süden des Werkgeländes in wenigen Gebäuden zu konzentrieren. Und es gebe noch Flächen und Arbeitsplätze für neue Mitarbeitende auf Vorrat. In der aktuellen Planung sind das etwa 130 neue Arbeitsplätze. "Auf diese Art und Weise könnten wir einen künftigen Bedarf mit abdecken", erklärt das Unternehmen. Die genaue Anzahl an zusätzlichen Arbeitsplätzen werde sich aber erst ergeben, wenn das Projekt mehr Planungstiefe erreicht habe.

Roche baut neues Laborgebäude

So könnte das neue Büro- und Laborgebäude von innen aussehen.

(Foto: Stadt Penzberg)

Mit dem Umzug in das "Leap"-Gebäude werden andere Bauten auf dem Werksgelände frei. Sie haben das Ende ihres sogenannten Lebenszyklus erreicht und werden abgerissen. Die dadurch entstehenden freien Flächen werden von Roche auf Basis des "Site-Master-Plans" neu entwickelt. Wie viel Geld das Biotech-Unternehmen in das Vorhaben investiert, ist offen. Man könne keine konkrete Investitionssumme nennen, lässt Roche wissen, da man sich eben noch in der Varianten-Entscheidung befinde. Die Kosten sollen sich aber in einer Größenordnung von bis zu 250 Millionen Euro belaufen. Das hatte Roche beim Besuch von Ministerpräsident Markus Söder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Penzberger Werk im Mai 2020 angekündigt. Wegen des "Leap" fallen etwa 400 Parkplätze auf dem Gelände weg. Man werde aber mit den restlichen Stellplätzen im Außenbereich und jenen in den vorhandenen Parkhäusern auskommen, so Ritter. Den Neubau eines Parkhauses ziehe man nicht in Betracht.

© SZ vom 17.07.2021
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