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Penzberg:Neues Handelszentrum für Penzberg

Penzberg - Edeka

Das Edeka-Areal an der Henlestraße soll entwickelt werden, ohne Konkurrenz zur Innenstadt zu werden.

(Foto: Manfred Neubauer)

Gutachten zu Verkehr und Schallschutz bewerten die Erweiterung des Edeka-Areals als machbar. Geschäfte in der Innenstadt soll das nicht bedrohen.

Von Alexandra Vecchiato

Die Stadt Penzberg soll attraktiv sein, Arbeitsplätze bieten und die Kaufkraft in der Region an sich binden. Und dazu brauche man nun eben auch Gewerbegebiete, sagt Bürgermeisterin Elke Zehetner (parteifrei/SPD). Aus diesem Grund freue sie sich, dass sich das Unternehmen Edeka dazu entschlossen hat, sein Grundstück an der Henlestraße zu entwickeln. Der Bauausschuss des Penzberger Stadtrats hat sich erneut mit der Planung befasst. Drei Gutachten zu den Themen "Verkehr", "Schallschutz" und "Verträglichkeit" bestätigen, dass die Ansiedlung neuer Handelsbetriebe machbar ist. Zehetner hofft, dass im Herbst dieses Jahres zumindest mit dem Abriss der nicht mehr benötigten Gebäude auf dem Areal begonnen werden kann.

Der Bebauungsplan "Edeka-Areal" umfasst gut fünf Hektar. Dazu gehören der bestehende Edeka-Supermarkt an der Henlestraße an einem Ende, der Hagebaumarkt am Zibetholzweg am anderen Ende und die dazwischen liegende Fläche des früheren Edeka-Zentrallagers Süd, das nicht mehr genutzt wird. Sowohl der Supermarkt möchte umbauen und erweitern, wie auch der Hagebaumarkt einen großen Gartenmarkt anbauen. Ergänzt werden soll das Sortiment um einen Discounter, verschiedene Fachmärkte und anderes Gewerbe. Wunsch der Stadt ist es, einen Anbieter für Elektronik anzusiedeln.

Beim Schallschutz gebe es keine Bedenken, fasste Stadtbaumeister Justus Klement das Ergebnis der Expertise zusammen. Das Verkehrsgutachten indes schlägt einige Veränderungen vor, um das neue Handelszentrum vernünftig anzubinden und zu erschließen. Wie Ordnungsamtschef Peter Holzmann ausführte, befürworten die Experten an der Schnittstelle der Straße Grube und den Abzweigungen Richtung Lidl und zur alten Zentrallager-Zufahrt einen Kreisverkehr. An der Einmündung von Grube und Henlestraße soll eine Kreuzung mit Ampelanlage entstehen zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern.

SPD-Stadtrat Markus Kleinen fragte nach, ob mit dem neuen Kreisel die bestehende Zufahrt zum Supermarkt über die Henlestraße in Zukunft noch gebraucht werde. Würde man diese aufgeben, würde das große Wohngebiet an der Henlestraße deutlich von Verkehr und Lärm entlastet. Diese Anregung fand Gefallen im Bauausschuss. Die Gutachter sollen nun prüfen, ob auch der Lieferverkehr für Edeka über den Kreisverkehr abgewickelt werden könnte. Kleinen und André Anderl (CSU) betonten, dass dann vielleicht sogar die Kreuzung mit Dauerampelschaltung überflüssig werden könnte. Holzmann versprach, diese Anregungen weiterzuleiten. Ebenfalls nahm Holzmann mit, dass den Kunden es möglich gemacht werden sollte, ihre Fahrzeuge am neuen Gewerbegebiet stehen lassen zu können, um zu Fuß oder mit dem Bus in die Innenstadt zu kommen.

Abstriche am vorliegenden Konzept macht das Gutachten zur "Verträglichkeit" Das Beratungsbüro Cima handelt darin ab, welche Produkte in den neuen Märkten auf dem Edeka-Areal angeboten werden können, ohne die Geschäfte in der Innenstadt in ihrer Existenz zu bedrohen. Eine Absage erteilt die Cima einem weiteren Bio-Lebensmittelmarkt und einem Anbieter von Bekleidung. Indes könne ein Schuhmarkt ohne Bedenken angesiedelt werden.

Für Bürgermeisterin Zehetner steht fest, dass das neue Zentrum nicht in Konkurrenz zur Innenstadt stehen dürfe. "Das sieht jeder Stadtrat ebenso", sagt sie. Daher habe sie in der öffentlichen Sitzung am Dienstag auch von ihrem Telefonat mit dem Chef der Küblböck Unternehmensgruppe berichtet, die im Auftrag Edekas das Areal entwickelt und vermarktet. Man habe ihr zugesichert, sich bei der Ansiedlung neuer Märkte an die Cima-Vorgaben zu halten.

© SZ vom 19.01.2017
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