Das Gedenken an die Penzberger Mordnacht vom 28. April 1945 ist in der Erinnerungskultur Penzbergs fest verankert und wird seit Jahrzehnten lebendig gehalten. Auch in diesem Jahr sind verschiedene Programmpunkte von Themen-Führungen bis zur Gedenkveranstaltung im „Museum Penzberg - Sammlung Campendonk“ geboten.
Am Morgen des 28. April 1945 meldet der Rundfunk eine Durchsage: Arbeiter werden aufgefordert, ihre Betriebe gegen Sabotage durch Nationalsozialisten zu schützen. Die Vorkriegsbürgermeister werden aufgerufen, die Rathäuser wieder zu übernehmen. Johann Rummer, Penzbergs Bürgermeister bis 1933, hört diese Durchsage und wird aktiv. Ihm und seinen Helfern ist es zu verdanken, dass das Bergwerk nicht gesprengt wurde und die Kriegsgefangenen überlebten. Ihren Mut bezahlten sie mit dem Tod.
Der Sondertrupp „Hans“, ein Werwolf-Kommando, wird nach Penzberg beordert. Die Nazis nehmen die Männer fest. Die Gefangenen werden in einem Bus zum Ort ihrer Hinrichtung – am heutigen Standort des Mahnmals „An der Freiheit“ – gefahren. Sieben Männer werden dort erschossen. Am Ende sind 16 Frauen und Männer sowie ein ungeborenes Kind tot. Ihnen ist im Museum Penzberg ein Ausstellungsraum gewidmet, der unter anderem die Gerichtsprozesse von 1947 bis 1956 thematisiert.
Elke Traxel und Alice Grubert laden zum Themen-Spaziergang am Freitag, 24. April, von 16 bis circa 18 Uhr ein. Startpunkt ist am Museum. Die Route führt entlang der Wohnorte einzelner Mordopfer bis zum Ehrenmal „An der Freiheit“. Das interaktive Konzept wendet sich sowohl an Jugendliche als auch Erwachsene. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine verbindliche Anmeldung ist bis 22. April unter museum@penzberg.de möglich. Die Teilnahme ist kostenlos, der Museumseintritt entfällt.

Am 28. April lädt die Stadt um 18 Uhr zur stillen Gedenkfeier auf dem Friedhof ein. Im Anschluss, von 18.45 Uhr an, findet ein Festakt im Museum statt. Dort wird die Holzskulptur enthüllt, die Albert Fiedler aus den Stämmen jener Linden geschaffen hat, an denen damals zwei Opfer erhängt worden sein sollen.
Wie in anderen deutschen Städten hat das Museums-Team auch in Penzberg das Projekt „Erinnerung aufpolieren“ gestartet. Es pflegt die Stolpersteine mit den Namen der Ermordeten. Wer sich beteiligen möchte, meldet sich bei Thomas Trapp-Teriet unter museum@penzberg.de

