"Innovationsquartier Penzberg":Auf der Suche nach Geld und Standort

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"Innovationsquartier Penzberg": Die Rathauspassage könnte ein möglicher Standort für die neue Co-Working-Area sein.

Die Rathauspassage könnte ein möglicher Standort für die neue Co-Working-Area sein.

(Foto: Alexandra Vecchiato)

Ein neuer Verein möchte in Penzberg einen Co-Working-Space und eine offene Werkstatt schaffen. Allerdings hapert es noch an geeigneten Räumen.

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Die Rathauspassage an der Karlstraße in Penzberg könnte zu einem neuen Zentrum für kreativen Austausch, Bildung und Begegnung werden. Sollte das von der Stadt angestoßene Projekt "Wohnzimmer Rathauspassage" in naher Zukunft umgesetzt werden, würde eine weitere Idee dieses Bürgerzentrum in der Stadtmitte komplettieren: ein Co-Working-Space, also ein Ort mit flexiblen Arbeitsplätzen, die tageweise gemietet werden. Kürzlich hat sich der Verein Innovationsquartier Penzberg gegründet. Yannick Timo Böge und Christine Mayr, die beiden Vorsitzenden, könnten sich eine Umsetzung ihres Vorhabens dort jedenfalls vorstellen.

Wenn Ende dieses Jahres das Lampka-Modehaus in der Rathauspassage schließt, würden Böge und Mayr die Chance gerne ergreifen und die Ladenfläche in einen Co-Working-Space umnutzen. Böge kennt solche Konversionen aus Mannheim und Wien. "Das würde der Rathauspassage ein ganz anderes Gesicht geben", sagt auch Mayr. Es würde der etwas tristen Immobilie mehr Leben bringen. Weitere mögliche Standorte sind die alte Stadtbücherei auf dem Rathausplatz oder die frühere Molkerei an der Christianstraße.

Doch zunächst möchte sich die Vereinsspitze, die mit Andreas Franke als Kassier vollständig ist, nach Ostern eine Mitgliederversammlung einberufen. Am Abend der Gründung seien an die 30 Interessenten anwesend gewesen. Willkommen sind nicht nur aktive Mitglieder, die selbst einen flexiblen Arbeitsplatz oder die Möglichkeiten eines "Maker-Space" nutzen möchten, passive Mitglieder können sich ebenso einbringen - sei es durch Sachspenden wie Schreibtische, Geräte oder eine finanzielle Unterstützung. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Umsetzung ihres Ziels sei es, Fördermittel zu akquirieren, sagt Mayr. Die nächsten zwei Wochen möchte sie entsprechende "Töpfe" eruieren. "Die Kosten sind von Anfang an da. Wir müssen mit den Mietpreisen kalkulieren und sehen, welchen Leerstand wir verkraften können." Auch müsse Mobiliar angeschafft werden, wobei der Co-Working-Space kein Luxusbüro werden solle. "Der schnelle Weg wird das nicht sein", sagt Böge. Allerdings habe die "Superpriorität" das Finden geeigneter Räume, ergänzt Mayr. Weil es voraussichtlich leichter ist, einen Co-Working-Space zu schaffen, möchte der Verein damit beginnen. Der Maker-Space, also die offene Werkstatt, in der Maschinen und Technik zur Verfügung stehen, die ein normaler Haushalt sich nicht anschafft, soll danach realisiert werden. "Außer, es ergibt sich ein geeigneter Ort", betonen Böge und Mayr. Auch ein eigener Internetauftritt soll folgen.

Die Weilheimerin Mayr, die vor drei Jahren nach Penzberg gezogen ist, nutzt selbst einen Co-Working-Arbeitsplatz in Bad Tölz. Früher hatte sie einen solchen flexiblen Arbeitsplatz in Weilheim. "Interessante Jobs habe ich in meinem Bereich nur in München oder anderswo gefunden", erzählt sie. "Ich arbeite daher viel von zu Hause aus. Aber fünf Tage nur daheimsitzen - da kriege ich einen Anfall." Wenigstens für ein paar Mal in der Woche möchte sie "rauskommen". Mayr betont, sie brauche den Kontakt zu anderen, vor allem zu Menschen, die in komplett anderen Bereichen arbeiteten. Das sei eine Ideenschmiede, die zu einem wertvollen Netzwerk führe. Dass ein solches Netzwerk auch in Penzberg vorhanden ist und intensiviert werden könne, habe sich bei der Vereinsgründung gezeigt, wo Bürger aus unterschiedlichsten Branchen und mit verschiedensten Interessen plötzlich an einem Tisch saßen und sich austauschten. "Man hat gesehen, welches Potenzial vorhanden ist", sagt Mayr.

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