Auf Initiative von Eltern konnte die lange Zeit gesperrte Brücke über den Säubach in Penzberg erneuert werden. Sie ist die sichere Verbindung vom Fußweg zwischen Seeshaupter Straße und Birkenstraße zu Grundschule und Hort. Besonders ist das Projekt nicht allein durch die Eigenleistung der Väter und Mütter. Sie erhielten auch Unterstützung vom städtischen Bauamt bei Planung, Materialbeschaffung und Konstruktion. Finanziert wurde die Holzbrücke über Spenden. Mehr als 5600 Euro sammelte die Elterninitiative.
Vor etwa drei Jahren sperrte die Stadt Penzberg die Brücke, weil sie marode war. Zwar wurden Kostenschätzungen für einen Neubau eingeholt, das Vorhaben aber wieder verworfen. Denn am Säubach sind Hochwasserschutzmaßnahmen geplant, für die auf der Seite der Grundschule das Gelände aufgeschüttet werden muss. Somit wäre die Verbindung spätestens von 2030 an obsolet, das Geld zum Fenster hinausgeworfen. Allerdings kann sich der Start der Hochwasserschutz-Arbeiten verzögern. Mindestens acht Millionen Euro sollen sie kosten – Geld, das die klamme Stadt Penzberg momentan nicht hat.
Dafür hat die Kommune jetzt eine neue 14 Meter lange und zwei Meter breite Brücke, über die sich viele junge und alte Bürgerinnen und Bürger freuen. Im September vergangenen Jahres hatten die Initiatoren Tilly Fleckenstein, Christoph Martin und Thomas Frank, allesamt Eltern von Erstklässlern, Kontakt mit dem Rathaus aufgenommen. Im Anschluss wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Mehr als 50 Spender zahlten ein. Allein das Holz kostete 4100 Euro. Im November 2025 wurde das Vorhaben bei der Bürgerversammlung vorgestellt.
Seit April ist die Brücke wieder offen
So richtig los ging es witterungsbedingt erst im März dieses Jahres. Fundament und Stahlträger stammen noch vom Vorgängerbau. Das ist insofern wichtig, als einem kompletten Neubau ein langwieriges Genehmigungsverfahren vorausgegangen wäre. Neu sind der Bodenbelag aus Douglasie und das Geländer aus Fichte. Mehr als 30 Personen und sieben Firmen waren beteiligt, darunter auch Hort- und Schulleitung.
Seit April ist die Brücke wieder offen. Sie mache den Schulweg sicherer, sagte Tilly Fleckenstein beim Ortstermin. Zuvor mussten viele Kinder den Umweg über die Birkenstraße nehmen. Von Vorteil ist die Brücke auch für den Hort, weil sie den Weg in das nahe Wäldchen erleichtert. „Der Gedanke war, dass es doch nicht so schwer sein kann, ein paar Holzbretter auszuwechseln“, erzählte Martin. Wobei es mit wenigen Brettern nicht getan war. Neben Geld brauchte es vor allem die Expertise von Fachleuten. Für dieses Fachwissen sorgten mehrere Mitarbeiter um Jens Weißflog aus dem Penzberger Stadtbauamt, die in ihrer Freizeit mithalfen. Firmen gewährten Rabatte oder halfen sogar kostenlos. „Großartige Initiative“ und „Wir freuen uns schon auf die erste Brückenüberquerung“, hätten einige Kommentare gelautet, sagte Tilly Fleckenstein.
Vor zweieinhalb Wochen wurde von insgesamt elf Freiwilligen die alte Holzbrücke abgebaut. Eine Woche später folgte der Aufbau, an dem sich 14 Freiwillige beteiligten. Insgesamt seien mindestens 250 Arbeitsstunden aufgewendet worden, so die Initiatoren. „Bei so einem Projekt geht einem das Herz auf“, sagte Maximilian Trenkler-Walz vom Bauamt und Vater eines Grundschülers. Mit seinem Kollegen Maximilian Eller hatte er unter anderem die Konstruktion ausgetüftelt und Angebote eingeholt. „Egal, wo wir angefragt haben, wir wurden mit offenen Armen empfangen“, erzählte Christoph Martin. „Es ist wie auf dem Dorf: Alle helfen zusammen.“

