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Penzberg:6,6 Millionen für das Stromnetz

Bayernwerk investiert in neue Leitungen für den Landkreis

Knapp 33 Millionen Euro investiert das Bayernwerk in diesem Jahr in das Stromnetz im Bereich des Netzcentergebiets Penzberg. Dieses umfasst unter anderem den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, für dessen Netz das Unternehmen etwa 20 Prozent dieser Summe ausgibt. Kurz vor Fertigstellung ist die Verlegung eines Mittelspannungskabels von Beuerberg nach Königsdorf-Wiesen; Ende September sollen zwei Kabelstrecken erneuert werden, die die Gemeinden Egling und Dietramszell versorgen.

Bis Ende des Monats, spätestens Anfang Oktober soll die Stromleitung zwischen den Gemeinden Eurasburg und Königsdorf fertiggestellt sein. Wie Florian Fischer, am Netzcenter Penzberg für den Netzbau zuständig, erklärte, sei das neue Kabel weniger anfällig bei Sturm oder anderen Wetterkapriolen. Er bestätigte, dass der Klimawandel für das Bayernwerk durchaus Thema sei. Vor allem die vermehrt auftretenden Stürme verursachten zum Teil große Schäden. Die neue Leitung erhöhe somit die Versorgungssicherheit. Grund für die Maßnahme sei jedoch, dass immer mehr erneuerbare Energien produziert würden. Diesen Strom müsse man einspeisen, demnach brauche es Leitungen mit entsprechenden Kapazitäten, sagte Ursula Jekelius, die beim Bayernwerk für die oberbayerischen Regionen verantwortlich ist. 8,4 Kilometer Mittelspannungskabel wurden verlegt und drei moderne Trafostationen gebaut. Somit können 4,4 Kilometer Freileitung abgebaut werden, denn die neuen Kabel werden unterirdisch verlegt. Die Kosten belaufen sich auf etwa 720 000 Euro. Die zweite Maßnahme ist die Erneuerung einer Kabelstrecke östlich von Wolfratshausen. Sie wird mit einer Länge von drei Kilometern die bestehende Leitung ersetzen. Das die Kabel am Rande des Landschafts- und Naturschutzgebiets Pupplinger Au eingegraben wird, musste das Bayernwerk mit den Arbeiten bis zum Ende der Brutzeit warten. Der Netzbetreiber investiert rund 385 000 Euro.

Wie Jekelius weiter ausführte, will sich das Bayernwerk verstärkt mit Elektromobilität befassen. Zum einen sollen an allen 19 Netzwerkcentern des Unternehmens, einer hundertprozentigen Tochter von Eon, jeweils zwei hochmoderne Ladesäulen für Elektroautos errichtet werden; eine Säule kostet circa 10 000 Euro. Zum anderen plant der Netzbetreiber weitere 28 Elektro-Fahrzeuge in seinen Fuhrpark zu integrieren. E-Mobilität könne nur eine Zukunft haben mit einer zuverlässigen Ladeinfrastruktur, sagte Jekelius. "Es ist sinnvoll, wenn E-Fahrzeuge mit regenerativem Strom betankt werden. Nur dann ist das eine runde Sache."

Dass das die Zukunft ist, zeigt sich an folgendem Beispiel: Am 8. Mai (Muttertag) und an einem Tag im Juni konnten zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien ins Netz des Bayernwerks eingespeist werden.

© SZ vom 17.09.2016 / veca
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