Penzberg 2020Leuchtturm ade

Lesezeit: 1 Min.

Stadtrat gibt Biomassekraftwerk den Vorzug

Es war ein ambitioniertes Vorhaben. In der ehemaligen Maschinenhalle des Dampfkraftwerks der Deutschen Bundesbahn, in Penzberg als Layritzhalle bekannt, sollte ein Leuchtturmprojekt entstehen: ein bayernweit einzigartiges Blaulichtzentrum. An einen Standort konzentriert sollten Polizei, Freiwillige Feuerwehr, Berg- und Wasserwacht sowie Rotes Kreuz ein neues Domizil finden. Denn die momentan von den Rettungsorganisationen genutzten Gebäude und Wachen zwischen Winterstraße und Josef-Boos-Platz sind beengt und nicht mehr zeitgemäß. Aber schon bald wurde klar: Auch wenn es staatliche Zuschüsse für den Umbau gäbe, muss Penzberg viele Millionen in die Umsetzung stecken. Ein teures Unterfangen.

Zu schön, um wahr zu sein, war der Entwurf des Architekten Stephan Jocher. BRK und Polizei in eigenen Gebäuden untergebracht, die Layritzhalle größtenteils für die Feuerwehr reserviert und darüber weitere vier Etagen, die durch neu eingezogene Zwischendecken gewonnen werden könnten. Dass ein Blaulichtzentrum auf dem Areal realisierbar wäre, zeigte Jochers Machbarkeitsstudie deutlich. Als aber von Investitionskosten zwischen 40 und 50 Millionen Euro die Rede war, wurde es still um das Projekt.

Dann kam die Kommunalwahl 2020. Die SPD musste das Bürgermeisteramt an Stefan Korpan (CSU) abgeben. Und auch im Stadtrat sitzen viele neue Köpfe, darunter die Fraktion Penzberg Miteinander. Sie stellte den Antrag, die Layritzhalle nicht zum Blaulichtzentrum umzubauen, sondern in ihr besser die neue Fernwärmezentrale der Stadtwerke unterzubringen. Das spare Kosten und sei schneller zu realisieren, hieß es in dem Antrag.

Das gefiel der SPD nicht. Mehrheitlich stimmte sie gegen diesen Plan. Korpans Vorgängerin Elke Zehetner verwies auf den Kaufvertrag für die Layritzhalle. Darin sei die Umnutzung als Blaulichtzentrum festgeschrieben, argumentierte sie. Im Rathaus sieht man das anders. Der Vertrag sehe eine städtische Nutzung vor, aber nicht zwingend für die Rettungsorganisationen, heißt es. Der Stadtrat brachte im November mit großer Mehrheit das Projekt Biomassekraftwerk in der Layritzhalle auf den Weg.

Das letzte Wort dürfte in dieser Sache noch nicht gesprochen sein. Der Anwalt der früheren Eigentümer-Familie hat sich bereits gemeldet. Im Rathaus wartet man indes gelassen ab.

© SZ vom 29.12.2020 / veca - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

SZ Stellenmarkt
:Entdecken Sie attraktive Jobs

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: