Süddeutsche Zeitung

Pendler:70 Zug-Ausfälle bei der Oberlandbahn

Was für Pendler mit Auto Staus sind, sind für Zugfahrer Verspätungen und Ausfälle: Widrigkeiten, die an den Nerven zerren. Bei der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) gibt es derzeit für die Fahrgäste einen "nicht akzeptablen Einbruch" der Qualität, so heißt es in einer Mitteilung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) vom Donnerstag. Die BEG zitierte deshalb die BOB-Geschäftsführung zu sich. Der BEG zufolge hatte die BOB bereits im Januar dieses Jahres mit einer durchschnittlichen Pünktlichkeit von 76,8 Prozentpunkten "den mit Abstand schlechtesten Wert aller bayerischen Verkehrsunternehmen" erreicht. Massive Fahrzeugprobleme führten zudem zu zahlreichen Zugausfällen, Verspätungen und Zugkürzungen, meist verbunden mit unzureichenden Fahrgastinformationen. Nach einer kurzen Phase der Verbesserung verzeichnete die BEG in den vergangenen Wochen erneut erhebliche Verschlechterungen. Neben rückläufiger Pünktlichkeit waren die Fahrgäste im Oberland allein seit dem 6. Juni von über 170 Zugkürzungen sowie rund 70 Zugausfällen betroffen, meist aufgrund von Fahrzeugstörungen oder mangelnder Fahrzeugverfügbarkeit. "Hinzu kommen nach wie vor ungelöste Probleme bei den Klimaanlagen, nicht nachvollziehbare betriebliche Entscheidungen, mangelnde Fahrgastinformationen sowie eine Reihe von vermeidbaren personalbedingten Verspätungen oder Ausfällen", bedauert BEG-Geschäftsführer Thomas Prechtl. Die BOB habe inzwischen einen umfassenden Maßnahmenkatalog für einen nachhaltig stabilen Betrieb und dauerhaft zuverlässige Fahrgastinformationen vorgelegt.

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Quelle:
SZ vom 01.07.2017
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