Anlässlich der Ausstellung im Buchheim-MuseumMit dem Sams im Klassenzimmer

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Paul Maar hat im Klassenzimmer der 3a auch sein Sams für die Kinder gezeichnet.
Paul Maar hat im Klassenzimmer der 3a auch sein Sams für die Kinder gezeichnet. (Foto: Harry Wolfsbauer)

Autor und Illustrator Paul Maar besucht die Beuerberger Grundschule.

Von Mia Zaepernick, Beuerberg

Stachlige, feuerrote Haare, blaue Wunschpunkte und ein Taucheranzug mit Schwimmflossen - dazu immer einen lustigen Reim auf der Zunge. Das Sams begeistert nun schon seit gut 50 Jahren jung und alt. Auch sein Schöpfer, Paul Maar, kann gar nicht genug vom Sams und seinen Freunden bekommen: Im September erscheint nun schon das zwölfte Buch der Sams-Reihe. Einen Ausschnitt des neuen Buches las der Schriftsteller bei einem Besuch in der Klasse 3a der Grundschule Beuerberg vor. Anlass seines Besuchs im bayrischen Oberland ist die Eröffnung der Ausstellung „Samselsurium“ im Buchheim-Museum am Starnberger See.

Wunderwesen begeistern, ganz egal, wie lange es sie schon gibt. Und weil literarische Wunderwesen immer in Köpfen entstehen, sind die Schülerinnen und Schüler der 3a besonders aufgeregt, den Schöpfer des Sams tatsächlich kennenzulernen. In einem Stuhlkreis sitzen die Kinder im Klassenzimmer, rutschen vor lauter Aufregung auf den Stühlen herum, drehen sich mehrmals zur Tür. In den Händen halten viele die orangenen Sams-Bücher.

Als Maar hereinkommt ist die Freude groß. Weil der Autor das Sams nicht nur erfunden, sondern auch gemalt hat, gibt er den Schülerinnen und Schülern einen ganz direkten Einblick in seine Arbeit als Autor und Illustrator. Maar nimmt sich einen Stift und sagt: „In einem Haus wohnt eine kleine...“ „Maus!“, rufen die Schülerinnen und Schüler im Chor und Maar beginnt eine Maus auf ein großes Papier zu zeichnen. Zu ihr gesellen sich dann noch ein Elefant, ein Igel, ein schlecht gelauntes Nashorn und einige andere Tiere. Als alle Tiere fertig gezeichnet sind, tritt der Schriftsteller einen Schritt zurück und fragt: „Wer entdeckt die Geheimbotschaft?“ Die Drittklässler erraten nach kurzer Zeit, dass sich aus allen Anfangsbuchstaben der Tiere der Satz ergibt: „Mein Name ist Paul Maar.“

Vortrag und Lesung von Paul Maar in einer vierten Klasse der Grundschule Beuerberg anlässlich der Ausstellung 'Samselsurium' im Buchheimmuseum.
Vortrag und Lesung von Paul Maar in einer vierten Klasse der Grundschule Beuerberg anlässlich der Ausstellung 'Samselsurium' im Buchheimmuseum. (Foto: Harry Wolfsbauer/Harry Wolfsbauer)

Das neuste und zwölfte Buch in der Sams-Reihe heißt „Das Mini-Sams ist weg“. Das Mini-Sams, eine Miniatur des altbekannten Fabelwesens, mit gepunktetem Babystrampler und blauen Punkten im Gesicht, ist das Jüngste der vielen Samse, die gemeinsam in der Samswelt leben und die Welt auf ihre Art entdecken und auf den Kopf stellen.

Nachdem der Schriftsteller auch das Mini-Sams gezeichnet hat, hebt eine Schülerin die Hand: „Ich hätte da mal eine Frage…“, genau das würde das Mini-Sams nämlich auch immer sagen. Paul Maar schmunzelt, setzt sich, nimmt seinen Text zur Hand und beginnt der Grundschulklasse einen Ausschnitt aus dem neuen Buch vorzulesen, das Mitte September erscheint. „Ich hätte da mal eine Frage“, ist der erste Satz, und die Klasse bricht in lautes Gelächter aus.

Das Buchheim-Museum zeigt zahlreiche Arbeiten Maars

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Beuerberg können die Kreativität von Paul Maar live miterleben. Im Buchheim-Museum in Bernried am Starnberger See sind viele seiner Kunstwerke bis zum 15. September ausgestellt. Sams-Fans sind hier an der richtigen Adresse: Sie können das kleine rothaarige Wesen mit seinem Papa Herrn Taschenbier, der Vermieterin Frau Rotkohl und sogar einer Nachbildung der Wunschmaschine bewundern.

Auch Zeichnungen von anderen Charakteren, die Maars Feder entsprungen sind, werden ausgestellt. Außerdem werden Lesungen, Museums-Führungen und ein von der Sams-Schauspielerin Christine Urspruch gesprochener Audioguide für die Besucherinnen und Besucher angeboten.

Unterricht mal anders: Die Kinder der 3a in Beuerberg hören dem Autor gespannt zu.
Unterricht mal anders: Die Kinder der 3a in Beuerberg hören dem Autor gespannt zu. (Foto: Harry Wolfsbauer)

In der Beuerberger Grundschulklasse neigt sich die besondere Unterrichtsstunde dem Ende zu. Der Schriftsteller möchte wissen, ob jemand noch eine Frage hätte. Aber natürlich! Wie kam Maar eigentlich auf die Idee, das Sams zu erschaffen? Der Autor erinnert sich: „Ich habe ein Theaterstück geschrieben. Für dieses Stück habe ich eine Figur erfunden, die am Samstag kommt und alles auffrisst.“ So war die Idee für das gefräßige Sams geboren. Da es aber nicht Teil des finalen Theaterstücks gewesen sei, sei das Sams in einer Schublade gelandet und erst Jahre später wieder zum Vorschein gekommen, erzählt Maar. Dann habe nur noch das Aussehen des Samses gefehlt. Da hätten ihn dann die Ideen seiner Kinder inspiriert.

Ein paar Fragen und Antworten später dürfen sich die Schülerinnen und Schüler ein Autogramm von Maar abholen – alle, die ein Buch dabei haben, lassen es sich signieren. Als Dankeschön für den spannenden Besuch überreichen die Klassensprecher dann noch ein gebasteltes Plakat voller selbstgemalter Samse. „Auf Wiedersehen, Herr Maar“, verabschiedet sich die Klasse im Chor und die Schulpause beginnt.

Der Text wurde am 2. Juli um 13.06 Uhr geändert.

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