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Party in Corona-Zeiten:Homedancing

Rupert Gehrke streamt ins Wohnzimmer

Tanzen ist für Rupen Gehrke "ein Lebensmittel". Normalerweise legt der Penzberger DJ, Veranstalter und Produzent bei Partys in ganz Deutschland auf, bevorzugt an außergewöhnlichen Orten wie Museen oder Kinos. Seit einem Jahr versorgt er Tanzbegeisterte im In- und Ausland in deren Wohnzimmern mit den nötigen Rhythmen. Um das coronabedingte "Homedancing"-Jubiläum zu feiern, lädt er am Samstag, 10. April, zu einer besonderen Party ein. Dann streamt er live aus dem Ampere Club des Münchner Muffatwerks. Mit dabei sind Florian Decker als Gast-DJ, der La Brass Banda-Schlagzeuger Manuel da Coll aka Cpt. Yossarian sowie der Fotograf Massimo Fiorito (Visuals).

Die Idee, Partymusik zu streamen, kommt offenbar an. Seit einem Jahr sendet Gehrke jeden Samstag von verschiedenen Locations aus seine handverlesene Musikmischung und erreicht damit "mehrere Tausend Tanzbegeisterte", wie er sagt, nicht nur Stammgäste, "sondern deutschland- und sogar weltweit ein völlig neues Publikum". Mit dabei sind Menschen aus Australien und Neuseeland, Mexiko, Korfu, London, Hawaii, Österreich und Italien. Jeder tanze zwar für sich daheim, dennoch seien alle verbunden, sagt Gehrke. "Das ist eine neue Qualität, die nur das Streaming möglich macht." Es gebe jedes Mal einen regen Austausch in den Youtube-Chats. "Manchmal kann man die Leichtigkeit und das Feiern förmlich spüren, das ist außergewöhnlich in Corona-Zeiten."

Als Streaming-Stationen dienten ihm neben seinem Haus und Garten in Penzberg bereits das Buchheim Museum in Bernried und das Bayerische Nationalmuseum in München, das Maxim Kino in München und das Kino P in Penzberg, das Wohnzimmer seiner Schwägerin in Bielefeld, das Museum Penzberg, die Lutherkirche in Köln oder das Valentin Stüberl in München. An diese besonderen Orte lädt er immer wieder auch besondere Gäste ein, DJs wie Florian Decker oder Musiker wie Roland Peil (Perkussion, Fanta 4). Alles natürlich "unter Einhaltung der Corona-Hygienebestimmungen". Seine Partys versteht er als genre-, generations- und kulturübergreifende Veranstaltungen. Die Sets, die er spontan zusammenstellt, enthalten Global Beats und Global Pop, Oriental, Latin, Afro, Cumbia und Balkan Stiles. Seine Tracks fischt er mittlerweile vor allem aus dem Internet und mischt sie - nach Absprache mit den Musikern - mit bekannteren Titeln wie dem Tuba-Techno von La Brass Banda oder dem Sirtaki aus dem Film "Alexis Sorbas".

Das Streaming ist mehr und mehr auch zu einem visuellen Genuss geworden. Der Fotograf Massimo Fiorito ist häufig am Mischpult dabei und illustriert die Musik mit einer eigenen Bildsprache.

Rupen Gehrke streamt (fast) jeden Samstag von 20 bis 22.30 Uhr auf www.youtube.de/rupengehrke; weitere Infos unter www.rupidoo.de

© SZ vom 03.04.2021 / stsw
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