Parkhaus am Hatzplatz Weniger Mauer, mehr Zustimmung

Auf dem Hatzplatz soll ein großes Parkhaus entstehen. Die Stadt hat das Grundstück dafür in Erbpacht vergeben.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Nachdem der Investor angekündigt hat, das Parkhaus am Hatzplatz in Wolfratshausen luftiger zu gestalten, erwartet Bürgermeister Klaus Heilinglechner eine zufriedenstellende Lösung. Die Grünen lehnen den Bau allerdings nach wie vor ab.

Von Konstantin Kaip

Nach der zuletzt heftigen Kritik im Bauausschuss des Stadtrates an der Gestaltung des Parkhauses am Hatzplatz scheint es nun so, als könne der Bau dort in einer für die Mehrheit der Stadträte akzeptablen Form errichtet werden. Nachdem der Ausschuss dem Bauantrag wegen Überschreitungen des Baufensters nicht zugestimmt hatte, hatten Bürgermeister und Fraktionssprecher mit dem Tölzer Investor Siegfried Adlwarth, der das Areal in Erbpacht von der Stadt übernommen hat, um dort das Parkhaus zu errichten, am Mittwoch ein Gespräch geführt, das offenbar zu einem Kompromiss führen könnte.

Adlwarth hatte bereits am Donnerstag auf Anfrage erklärt, dass er gemäß den Forderungen der Stadträte die Rückwand zur Wohnbebauung abstufen lassen wolle, um das Gebäude weniger massiv zu gestalten. Das Gespräch sei "sehr konstruktiv" gewesen, so der Bauunternehmer. Ähnlich hat sich am Freitag nun Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) geäußert: "Das Gespräch war so konstruktiv, dass ich schon den Eindruck habe, dass wir hier eine Lösung finden", sagte Heilinglechner bei einem Pressegespräch im Rathaus. "Und dass auch die Zustimmung von der politischen Seite da ist."

Nachdem die Stadträte einen Beschluss zum Bauantrag im Mai zurückgestellt hatten, um von ihrem Mitspracherecht bei der Fassadengestaltung Gebrauch zu machen, hatten sie in der Juni-Sitzung vor allem die Massivität des geplanten Parkhauses mit sechs Halbgeschossen und 156 Stellplätzen am Fluss kritisiert. Zuvor hatten sich zahlreiche Anwohner über die Pläne beschwert. Im Antrag war Richtung Osten eine etwa zehn Meter hohe Rückwand vorgesehen. Im Gespräch sei man nun übereingekommen, dass der Investor nun prüfe, "zur Häuserseite das oberste Stockwerk einspringen zu lassen", erklärte Heilinglechner. Demnach gäbe es einen Rücksprung auf circa 6,50 Metern Höhe. Weil bei diese Lösung auch Stellplätze wegfielen, müsse der Investor sie auch wirtschaftlich prüfen. Die neuen Pläne sollen an die Fraktionssprecher weitergereicht werden. Ein Beschluss soll dann im September gefasst werden, früher sei es nicht möglich.

Einstimmig wird der Bauantrag wohl aber nicht befürwortet werden. "Ich gehe davon aus, dass wir dagegen stimmen", erklärt Fraktionssprecher Hans Schmidt für die Grünen. Zwar bezeichnet auch er das Gespräch am Mittwoch als konstruktiv, Adlwarth sei "sehr zugänglich gewesen". Aber selbst nach den angekündigten Modifikationen bleibe die Größenordnung in etwa dieselbe, erklärt Schmidt. "Das Parkhaus am Hatzplatz ist einfach überdimensioniert. Es passt nicht." Für die sensible Lage sei es zu massiv, zudem wirke es angesichts einer angestrebten Verkehrswende wie "aus der Zeit gefallen". Schmidt hatte mit seiner Fraktionskollegin Annette Heinloth bereits im Juni 2017 gegen ein Parkhaus am Hatzplatz gestimmt, das mit 18 zu sechs Stimmen beschlossen wurde.

CSU-Fraktionssprecher Günther Eibl, der das Parkhaus zwar 2017 befürwortet, zuletzt aber als "Sarkophag von Tschernobyl" bezeichnet hatte, will das Gespräch mit Adlwarth nicht kommentieren. Es sei "konstruktiv und angenehm" gewesen, sagt er. "Alles andere werde ich mit meiner Fraktion besprechen." Auch Manfred Menke, der am Mittwoch die SPD vertreten hat, spricht von einem "konstruktiven Treffen". Zur Modifikation, die nun geprüft werde, könne er nichts sagen. Die SPD stehe aber zu dem Beschluss für ein Parkhaus am Hatzplatz, den man "zähneknirschend" gefasst habe.