Die seit Jahren geplante Dorfplatzgestaltung konkretisiert sich. Am Dienstag stellte der Rosenheimer Stadtplaner Rainer Heinz einen Entwurf vor, den der Gemeinderat billigte. Voraussetzung für eine Aufnahme in das Förderprogramm des Amts für Ländliche Entwicklung ist eine Bürgerbeteiligung, weshalb die Dietramszeller im April bei einem Workshop ihre Ideen einbringen konnten. Von den Teilnehmern war dabei vorrangig eine Lösung des Parkproblems gefordert worden.
Planer Heinz schlug nun ein Konzept vor, bei dem die Stellplätze umorganisiert, aber "nicht weniger, sonder eher mehr" würden, wie er im Gemeinderat sagte. So soll das Parken am Richteranger, das ohnehin nicht erlaubt ist, weil dadurch die Feuerwehrzufahrt blockiert wird, durch das Aufstellen von Bänken unmöglich gemacht werden. Im Rathaushof und auf dem Schulparkplatz sollen dafür die Nutzfläche optimiert und so zusätzliche Stellplätze geschaffen werden.
Der Waldparkplatz soll befestigt und beleuchtet werden und Platz für 25 Autos bieten. Ein wesentliches Planungsziel sei gewesen, Autos von Kloster- und Kirchenvorplatz fernzuhalten, sagte Heinz. Dieser dürfe nicht zum Stellplatz degradiert werden. Um dort die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, sollen Bänke aufgestellt, der Vorplatz "verebnet" und gepflastert werden. Dass der Busausstieg für die Montessorischüler zum Waldparkplatz verlegt werden könnte, wie in der Bürgerversammlung vorgeschlagen, ist laut Heinz nicht möglich: Ein Radius von 24 Metern sei für eine Buswende nötig, zur Verfügung stünden aber nur 18 Meter.
Unbedingt nötig ist nach Ansicht des Planers ein Gehweg nach Schönegg, um die Sicherheit für die Schüler zu erhöhen. Auch ein kleiner "Dorfplatz" ist Teil des Konzepts. Er war in der Bürgerversammlung kontrovers diskutiert worden. Er soll nach Ansicht von Heinz nicht wie in früheren Planungen auf der Angerwiese entstehen, sondern gegenüber an der Abzweigung nach Holzkirchen. Weil das Straßenbauamt einen der beiden Straßenäste schließen will, könnte die gewonnene Fläche künftig einen "dörflichen Dreiklang" bilden: mit Klosterschänke, Dorflinde und einem Brunnen. Die Klostermauer an der Südseite soll geöffnet und mit Sitzstufen, Gehweg und Bäumen gestaltet werden.
Überlegungen, dort den Hindenburg-Kopf aufzustellen und einen Ort zu schaffen, an dem sich die Gemeinde mit ihrer Geschichte auseinandersetzen könne, bremste Bürgermeisterin Leni Gröbmaier (BLD): Der Arbeitskreis, der sich mit dem weiteren Vorgehen in Sachen Hindenburg befassen soll, habe Vorschläge angekündigt, die man abwarten wolle. Weitere Inhalte des Konzepts bezogen sich auf die Angerwiese. Ein Fußweg vor allem für die Schüler soll durch die Wiese und eine zusätzliche Treppe zum Rathaus führen.
Zurückhaltend äußerte sich der Planer über einen Ausbau des Fußwegs Kreuzbichl: Dieser weise teils eine Steigung von 30 Prozent auf. Mit Serpentinen könnte sie auf 19 Prozent reduziert werden. Ob sich das lohne, sei allerdings fraglich. Geländer, Bänke und Beleuchtung würden auf jeden Fall gemacht. Auch die Frage nach einer öffentliche Toilette wurde wieder diskutiert. Heinz schlug eine Nutzung der bestehenden Anlagen in der Klosterschänke vor, die der Wirt angeboten habe. An den Schließtagen könnte die Rathaustoilette öffentlich zugänglich gemacht werden. In einer zweiten Bürgerversammlung am Dienstag, 17. Oktober, wird das Konzept vorgestellt.
Noch in diesem Jahr muss der Antrag beim Amt für Ländliche Entwicklung gestellt werden, damit die Gemeinde Fördermittel bekommt, die bis zu 50 Prozent ausmachen können. Die Kostenschätzung für die Umgestaltung des Areals zwischen Schule, Rathaus, Angerwiese, Kloster, Klosterschänke und Fußweg Kreuzbichl, beläuft sich auf rund 1,8 Millionen. Finanzieren könnte die Gemeinde ihren Anteil. Denn im Finanzplan für kommendes Jahr sind laut Bürgermeisterin Gröbmaier je eine halbe Million Euro für Baumaßnahmen und Grundstückskäufe vorgesehen, die verwendet werden könnten.