Süddeutsche Zeitung

Neues Friedhofskonzept:Gräber mit Pflegeservice

Schäftlarn plant eine "Ruhegemeinschaft" in Zell

Die letzte Stunde schlägt manchmal unvorhergesehen, und die Frage wohin es dann mit einem geht, beschäftigt die Menschheit seit jeher. In der Praxis jedenfalls geht es je nach Glaubensrichtung recht schnell auf den nächstgelegenen Friedhof. Und für diese Praxis will die Gemeinde Schäftlarn vorbereitet sein. Denn allzu häufig wird das Thema der Friedhofsgestaltung zu spät behandelt, Trends zu kleineren Urnengräbern führen vermehrt zu sogenannten "Zahnlücken" zwischen den Gräbern.

Um den Platz auf den Friedhöfen effektiver zu nutzen, hatte der Gemeinderat daher bereits im April beschlossen, die Firma Weiher mit der Erstellung eines Friedhofkonzepts zu beauftragen. Für die Nachnutzung der Grabstätte Maria Stern auf dem Friedhof in Zell soll aber schon früher eine Lösung gefunden werden. Die Gemeinderäte haben nun grundsätzlich zugestimmt, die Treuhandgesellschaft bayerischer Friedhofsgärtner (TBF) mit der Gestaltung der Begräbnisstätte zu beauftragen. "Landschaftsplanerisch soll das zentrale Grabmal von Maria Stern erhalten und die Fläche gärtnerisch neugestaltet werden", erklärt die Verwaltung.

Im Unterschied zu herkömmlichen Gräbern wird bei der geplanten "Ruhegemeinschaft" mit der Grabnutzung ein Dauergrabpflegervertrag mit der Treuhandgesellschaft abgeschlossen: Gärtner und Steinmetze kümmern sich dann um die Pflege der Ruhegemeinschaft. Ältere alleinstehende Hinterbliebene haben also weniger Aufwand. Die Gräber sollen auch nur für einen Zeitraum von zehn Jahren genutzt und nicht im Voraus reserviert werden können. Damit soll unter anderem die Beschäftigung der in Vorleistung gehenden Gärtner und Steinmetze gewährleistet werden. Inwieweit es Ausnahmen bei der Paarbestattung gibt, soll dann im Konzept festgelegt werden. Grundsätzlich haben die Räte zugestimmt, die aufgelassene Grabstätte Maria Stein in Form einer gärtnergepflegten Ruhegemeinschaft zu nutzen und die Friedhofsnutzungs- und -gebührensatzung dazu geändert.

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Quelle:
SZ vom 03.08.2019 / nors
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