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Neue Wohnungen in Münsing:Sympathie für Bauherrenmodell

Die Bürgerbefragung zum geplanten Wohnquartier südlich des Münsinger Pallaufhofs ergibt: Die Mehrheit favorisiert das Brennecke-Konzept. Es sieht zwei langgestreckte, variabel nutzbare Hofgebäude vor.

Auf den Wiesen südlich des Pallaufhofs sollen neue Wohnungen entstehen.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Die Bürger bevorzugen das Konzept von Manfred Brennecke für das südlich des Pallaufhofs geplante Wohnquartier. Das legt die Bürgerbefragung nahe, deren Ergebnisse in der Gemeinderatssitzung am Dienstag vorgestellt wurden. Einzelhäuser und Doppelhaushälften sowie das Konzept des Architekten Brennecke mit zwei lang gestreckten Hofgebäuden, in denen eine Bauherrengemeinschaft unterschiedliche Wohnmöglichkeiten realisiert, standen zur Wahl. Zu den beiden Konzepten sind mehr als 60 schriftliche Stellungnahmen bei der Gemeinde eingegangen. 35 Bewerber interessierten sich für eine Wohnung im geplanten Quartier. 24 davon, also rund 70 Prozent, bevorzugen das Brennecke-Modell. Eindeutig für das Konzept mit Einzel- oder Doppelhäusern bewarben sich sechs Bürger.

Eine Grundsatzentscheidung für eines der beiden Konzepte wollte der Gemeinderat am Dienstag jedoch noch nicht fällen. Denn mehrere Räte erbaten Bedenkzeit, um noch offene Fragen insbesondere zum Konzept mit der Bauherrengemeinschaft zu klären. Bürgermeister Michael Grasl (FW) warnte jedoch davor, sich mit einer Entscheidung zu viel Zeit zu lassen. "Wir sollten den Schwung aus der Bürgerbefragung nicht verpuffen lassen."

Überrascht zeigte sich Brennecke von der Zahl der eingegangenen Stellungnahmen. "Das ist für einen Ort wie Münsing beachtlich." Aus seiner Sicht sprechen die Zahlen auch eine eindeutige Sprache für das Bauherrengemeinschaftskonzept. Die 24 Interessenten hätten dieses Konzept als zukunftsweisend und sozial bewertet. Zudem haben laut Brennecke auch 21 Bürger Stellung genommen, die sich persönlich gar nicht für eine Wohnung im geplanten Wohnquartier interessieren. "81 Prozent dieser Bürger präferieren das Bauherrengemeinschaftskonzept", sagte er. Brennecke schränkte allerdings ein, dass die Bürgerbefragung nicht repräsentativ für die ganze Gemeinde sein könne.

Gleichzeitig mahnte Brennecke, die Sorgen gerade auch der Anwohner gegen das Bauherren-Konzept ernst zu nehmen. Vier von ihnen hätten sich schriftlich geäußert. Aus deren Sicht seien die Baukörper zu groß, nicht ortstypisch oder erinnerten an einen Groß-Carport. Laut Brennecke fürchten die Anwohner durch diese Art der Bebauung mit 14 bis 22 Wohneinheiten ein wachsendes Verkehrsaufkommen. Zudem fürchteten die Anwohner eine erhöhte Kostenbelastung durch die Erschließung.

Bürgermeister Grasl sprach sich selbst ebenfalls für das Modell von Brennecke aus. Die Gemeinderäte, die sich noch unschlüssig zeigten, darunter Sebastian Graf (FW), wollten indes geklärt sehen, wie ein solches Konzept mit unterschiedlichen Interessenten - Alte und Junge, Alleinstehende und Familien - funktionieren soll. "Wenn man die Leute bei ihren Vorstellungen abholt, sehe ich keine Probleme", entgegnete Brennecke. Schließlich sei das Modell der Bauherrengemeinschaft schon häufig in Deutschland realisiert worden.

Finanzielle Risiken für die Gemeinde fürchtete Josef Leis (FW). Wenn eine Bauherrengemeinschaft nicht zustande komme, habe die Gemeinde womöglich viel Geld für einen Bebauungsplan ausgegeben, den sie dann nicht umsetzen könne.

"Das einzige Risiko besteht darin, dass die Gemeinschaft sich nicht einigen kann", sagte Brennecke. Denn ein Bebauungsplan werde in Abstimmung mit der Gemeinde erst dann aufgestellt, wenn sich die Bauherren auf konkrete Ziele geeinigt hätten. Jetzt muss sich der Gemeinderat entscheiden. Verfolgt er das Modell des Münchner Architekturbüros Goergens & Miklautz mit seinen Einzel- und Doppelhäusern weiter oder bevorzugt er das Konzept, das Brennecke mit seinem Planungsbüro Arc Architekten Partnerschaft aus Bad Birnbach entwickelt hat?

Laut Brennecke müsste die Gemeinde eine befristete Kaufoption auf das Grundstück einräumen, damit sich eine Bauherrengemeinschaft bilden kann. Die Bauherren müssten sich gemeinsam mit einem Experten über ihre Ziele einigen und in Abstimmung mit der Gemeinde einen Bebauungsplan entwickeln. Brennecke mahnte aber auch: "Sie müssen diesen Prozess wirklich wollen, sonst funktioniert er nicht."