Weil der Platzbedarf für Einsatzkräfte und Material perspektivisch steigt, werden die Feuerwehren in Dorfen und Icking Neubauten brauchen. Während für Dorfen der jetzige Standort dafür infrage kommt, wäre das im Hauptort auf dem Grundstück des jetzigen Gebäudes wohl nur schwierig zu realisieren. Daher soll dort das bisherige Gerätehaus sicherheitstechnisch soweit ertüchtigt werden, dass es vorerst betriebsbereit bleibt. Dafür müsste die Kommune allerdings binnen des kommenden Jahrzehnts einen Alternativstandort finden und darauf einen Neubau errichten.
Das sind die Ergebnisse eines Workshops von Mitte Februar, welche die eingebundene Architektin und Stadtplanerin Claudia Schreiber dem Ickinger Gemeinderat in der Sitzung am Montagabend vorstellte. Bis zum Mai soll die Rathausverwaltung nun das Raumprogramm überprüfen, mögliche Kosten schätzen und darüber dem Gremium berichten.
An den Planungen für ein Feuerwehrhaus sei herausfordernd, dass sehr viel Fläche im Erdgeschoss für Garagen, Umkleiden und Sanitärbereiche benötigt wird, so Schreiber. Das Raumprogramm ergebe sich aus dem Feuerwehrbedarfsplan, den definierten Schutzzielen und DIN-Normen. „In Dorfen entspricht das Gebäude nicht mehr dem aktuellen Stand und Regelwerken“, so die Architektin. Geplant wird in dem Ortsteil von Icking allerdings auf dem Grundstück am bisherigen Standort.
Der künftige Neubau soll eine Fahrzeughalle mit zwei statt wie bislang einem Stellplatz haben. Der Raum soll gleichzeitig so gestaltet sein, dass Veranstaltungen wie etwa Dorffeste stattfinden können. Zudem wünschen sich die Einsatzkräfte eine weitere Einzelgarage als Waschhalle im hinteren Gebäudeteil. Das soll auch deshalb vorgehalten werden, falls künftig ein dritter Stellplatz für Einsatzfahrzeuge nötig sein wird.
Laut Schreiber erscheine es sinnvoll, zusätzlichen Bauraum im südöstlichen Teil des Grundstücks zu berücksichtigen. Um das zu realisieren, wird die Kommune wohl einen Bebauungsplan aufstellen müssen. Städtebaulich sei diese Lösung jedoch verträglich, so hieß es. Zu finden sei allerdings noch ein Interimsstandort für die Feuerwehr während der Bauzeit eines neuen Gebäudes.
Am Standort der deutlich größeren Ickinger Feuerwehr wäre es zwar laut Schreiber grundsätzlich möglich, ein Haus mit drei Vollgeschossen zu errichten. „Mit dem künftigen Bedarf von vier Stellplätzen plus Waschhalle wird das am Standort aber äußerst schwierig“, so die Architektin. Denn damit würde es praktisch kein Vorfeld mehr zur Bundesstraße 11 geben, über das die Einsatzkräfte mit Fahrzeugen sicher aus- und einfahren könnten.
Das Ickinger Gerätehaus sollte vorerst ertüchtigt werden, bis ein Ersatzgrundstück gefunden ist, so ein Workshop-Ergebnis
Der Vorschlag für Icking wäre daher, dass Bestandsgebäude für die kommenden fünf bis zehn Jahre soweit zu ertüchtigen, dass der Standort weiterbetrieben werden kann. Unterdessen gilt es, einen Ersatzstandort zu suchen.
Die Kostenfrage beschäftigte Jörg Überla (Grüne). Wenn er den Raumbedarf höre, denke er sich, dass Geld keine Rolle spiele, sagt er. „Ich frage mich, wo sich der Bedarf ableitet. Gibt es Spielraum?“ Laut Bürgermeisterin Verena Reithmann gelte es, das Erweiterungspotenzial mitzudenken, wenn die Kommune schon viel Geld in die Neubauten investieren müsse. Für eine vernünftige Ausstattung warb ebenso Zweite Bürgermeisterin Claudia Roederstein (beide UBI). Das sei auch angesichts künftiger Herausforderungen wie der Klimaveränderung oder des Katastrophenschutzes „total wichtig“ für die Feuerwehrleute, die sich ehrenamtlich einsetzten. Gemeinderat Christoph Preuss (CSU) erinnerte auch daran, dass die Einsatzkräfte unter den jetzigen beengten Raumverhältnissen nicht sicher in die Fahrzeuge kämen. „Das muss man irgendwie abstellen.“

