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Naturwaldreservat Weiherbuchet:Illegaler Biker-Parcours

Für Mountainbiker ist es ein Paradies, für den Revierförster ein Ärgernis: Unbekannte haben im im Naturwaldreservat Weiherbuchet eine Biker-Anlage mit Schanzen und Steilwänden gebaut - ohne Erlaubnis.

Gut versteckt im Naturwaldreservat Weiherbuchet zwischen Starnberg und Gauting haben Mountainbiker und BMX-Fahrer einen illegalen Parcours mit Holzschanzen und Steilwänden angelegt. Für den zuständigen Revierförster Luitpold Schneider ist klar, dass die Anlage abgebaut werden muss,

Würmtal Weiherbuchet

Im Naturreservat Weiherbuchet haben Mountainbiker einen Parcours angelegt. Der Revierförster fordert nun, dass die Anlage abgebaut werden muss.

(Foto: Georgine Treybal)

sie habe in einem Naturwaldreservat nichts zu suchen. "Mir wäre es am liebsten, wenn die Biker selbst das Bauwerk wieder abtragen würden", so Schneider auf SZ-Anfrage. Sicher sei, dass keine Bagger anrücken, denn das Naturwaldreservat ist für schweres Gerät tabu.

Es wäre jedenfalls nicht die erste illegale Bahn, die auf behördliche Anordnung plattgemacht würde. Im März vergangenen Jahres hatten Bagger einer Neurieder Gärtnerei einen wilden Parcours im sogenannten Bombenkrater an der Grünwalder Brücke am Ostufer der Isar planiert. Damals war es zum Konflikt zwischen Bikern und Landratsamt München gekommen. Denn rund 20 Jahre waren die BMX-Radler auf dem Areal geduldet, bevor die Untere Naturschutzbehörde die Beseitigung anordnete.

Die illegale Bahn im Weiherbuchet ist offenbar über längere Zeit geduldet worden. Denn sie zeugt von sehr viel Zeit und Arbeit, die investiert wurden. Sie ist insgesamt mehrere hundert Meter lang, führt querfeldein durch Senken und über Erdhügel, Baumwurzeln und umgestürzte Baumstämme und knapp vorbei an uralten Buchen und Eschen, macht scharfe Kurven, hat mehrere Steilwände und atemberaubend hohe Schanzen. Der Spaziergänger hat den Eindruck, dass hier Fachleute am Werk waren: Tausende von Holzlatten wurden verbaut.

Bei einer Wanderung war Schneider auf die Bahn an der Hangkante nahe Mühltal gestoßen. Nun hat er alles fotografiert. Als Revierförster hat er die Aufsicht und somit auch Polizeifunktion. Die Zuständigkeiten sind indes kompliziert. Der Wald ist Eigentum des Bayerischen Staatsforstes, liegt im Landkreis Starnberg und erst seit kurzem gehört das ganze Gebiet zur Gautinger Flur.

© SZ vom 26.08.2010/tob

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