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Naturschutz an der Isar:Totes Holz für mehr Leben im Fluss

Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim baut derzeit für 10 000 Euro die Isar bei Lenggries ökologisch um

Um die Isar ökologisch in einen guten Zustand zu bringen respektive zu halten, setzt das Wasserwirtschaftsamt Weilheim derzeit erste Maßnahmen aus dem Konzept für den Fluss um. Im Moment werde in der Isar im Bereich der Isarbrücke in der Gemeinde Lenggries gearbeitet, teilt die Behörde mit.

"Zur Strukturverbesserung und Förderung der natürlichen Entwicklung im Abflussprofil", wie es im Schreiben des Amtes heißt, werde der Kies aus den verfestigten Kiesbänken in die Hauptflussrinne umgelagert. Die Steine werden dadurch wieder Teil der natürlichen Geschiebetrift. Dies sei erforderlich, weil die Isar die Kiesbänke im Gebiet der Brücke trotz erhöhter Abflüsse aus eigener Kraft nicht umlagern konnte, erklärt das Wasserwirtschaftsamt. Mittlerweile seien die Kiesbänke so verfestigt, dass sie auch bei Hochwasser "nicht mehr mobilisiert werden" können. Solche Verfestigungen entstehen einerseits durch die Verstopfung und Verdichtung der Kieslücken, andererseits durch mikrobiologische Prozesse. Durch die maschinelle Umlagerung wird der Kies gelockert. Er gerät dann entweder durch die so entstandenen Veränderungen der Strömungsverhältnisse in Bewegung, oder auch durch die erhöhten Abflüsse während der Schneeschmelze bis hin zum Hochwasser.

Ein Teil der Arbeiten ist auch das Ausbringen von Totholz im Fluss, damit Lebensräume für Jungfische, Unterstände und Rückzugsbereiche entstehen und sich entwickeln können. Um das tote Holz auch bei erhöhten Strömungsgeschwindigkeiten gegen eine Verlagerung oder einen Abtrieb zu sichern, wird es mit im Gewässerbett eingegrabenen Baumstämmen gesichert. "Seile oder ähnliche künstliche Sicherungen werden nicht verwendet", betont das Wasserwirtschaftsamt.

Sowohl die Mobilisierung der Kiesbänke als auch das Einbringen von Totholz dienen nach Angaben der Behörde der Verbesserung der Gewässerstruktur, der Erschließung neuer Geschiebequellen und letztendlich der Verbesserung der Lebensbedingungen für die Fische. Das frische Geschiebe sei ein idealer Laichplatz, und das Totholz schaffe optimale Habitate für Jungfische im Sommer. Gerade wenn die Freizeitnutzung wieder zunehme, nutzen die Tiere solche Strukturen im Fluss, respektive in seichten Gewässern gerne als Versteckmöglichkeiten. Aber auch größere Fische fänden unter den Totholzstapeln in den Gumpen noch Schutz.

Die Arbeiten dauern noch bis Ende Januar und werden von Mitarbeitern der Flussmeisterstelle Lenggries vorgenommen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 10 000 Euro. Die Maßnahmen werden im Einvernehmen mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Fischereiverein Lenggries umgesetzt.

© SZ vom 17.01.2020
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