Nachruf:Trauer um Hans Harrer

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Hans Harrer, Altbürgermeister von Reichersbeuern, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. (Foto: Manfred Neubauer)

Der Kreisrat, Altbürgermeister von Reichersbeuern, Pionier des Eishockeysports und Träger des Bundesverdienstkreuzes ist im Alter von 95 Jahren gestorben.

Von Claudia Koestler, Reichersbeuern

Mit ihm geht ein Pionier in vielerlei Hinsicht, doch sein Wirken bleibt: Am Samstag ist Hans Harrer im Alter von 95 Jahren gestorben. Der Reichersbeurer war Altbürgermeister und Ehrenbürger seiner Gemeinde, und von 1972 bis 1996 Mitglied des Kreistags. Zudem war Harrer Gründungsmitglied der Freien Wähler im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und obendrein Gründer des SC Reichersbeuern, insbesondere der Sparte Eishockey, und ihm ist es zu verdanken, dass die oberbayerische Gemeinde bundesweit bekannt und geschätzt wurde als "Eishockeydorf" mit herausragender Nachwuchsarbeit. Nicht zuletzt war Harrer auch noch Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Er sei "ein zielstrebiger, durchsetzungsstarker Kommunalpolitiker" gewesen, sagen Landrat Josef Niedermaier und Bürgermeistersprecher Michael Grasl. Einer, "der sich insbesondere durch sein menschliches Gespür und seine Fähigkeit, Gemeinsamkeiten zu finden, auszeichnete." Mit großer Entschlossenheit habe er als Hauptbetroffener in seiner Zeit für eine verträgliche und finanzierbare Abfallentsorgung sowie für eine faire Gebietsreform im Landkreis gekämpft. "Die damals gefundenen Entscheidungen und Kompromisse wirken auch heute noch", so Niedermaier und Grasl.

Harrer begann als "Gmoaschreiber"

Harrer wurde am 26. April 1927 in Reichersbeuern geboren und absolvierte in München eine Lehre zum Bankkaufmann. 1945 wurde der Gebirgsjäger zunächst verwundet und geriet dann in amerikanische Gefangenschaft, wo er mehrere Monate lang unter Tage arbeiten musste. 1963 fing er als "Gmoaschreiber" in Reichersbeuern an, wo er drei Jahre später zum Bürgermeister gewählt wurde. Von 1978 an bis 1990 war er dann auch Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft.

Der "Harrer Opa", wie er auch genannt wurde, war zudem unermüdlicher Motor des SC Reichersbeuern. Zwei Jahre lang spielte er selbst aktiv, fungierte dann zehn Jahre lang als Schiedsrichter und 40 Jahre lang als Vorsitzender, der sich vor allem um junge Talente bemühte. Mehr als 70 ehemalige Nachwuchsspieler des SC Reichersbeuern schafften den Sprung in die erste, zweite und dritte Liga. 1966 gelang sogar die Deutsche Meisterschaft, zwei Jahre zuvor wurden die Reichersbeurer deutsche Jugendmeister, wie auch 1970 noch einmal.

"Seine herzliche Freundschaft und seine humorvolle Kameradschaft werden uns allen sehr fehlen", so Niedermaier und Grasl, und betonen direkt an Harrer gerichtet: "Lieber Hans, wir sagen ein großes ,Vergelt's Gott'."

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