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Nachruf:Christian Jutz ist gestorben

Berg, Gertraud und Christian Jutz; NachrufWO

Der emeritierte Chemieprofessor Christian Jutz gründete die Sternwarte in Aufkirchen, die heute seinen Namen trägt. Er wurde 93 Jahre alt.

(Foto: Georgine Treybal)

"Glück gehabt." Mit diesen beiden Worten lässt sich wohl am besten beschreiben, wie Professor Christian Jutz sein Leben selbst empfunden haben dürfte. Und etwas davon wollte er stets auch an seine Mitmenschen weitergeben. Er war ein durch und durch positiver Mensch, - aufgeweckt, quirlig und trotzdem zurückhaltend. Im Mittelpunkt stehen wollte er nicht, und dennoch fand er sich dort oft wieder. Schon, weil der emeritierte Chemieprofessor der Gemeinde Berg 1992 sein eigenes Teleskop geschenkt und damit die Volkssternwarte in Berg gründet hat. Am vergangenen Donnerstag ist Jutz im Alter von 93 Jahren gestorben.

Der Sohn einer Archäologin und eines Kunstmalers interessierte sich schon früh für Chemie und Astronomie. Und er liebte die Musik, die Literatur und die Poesie. Bis ins hohe Alter lernten er und seine Frau Traudl täglich eine Literaturpassage auswendig. Nach einem Chemiestudium wurde Jutz ein beliebter Professor in München. Eine schwierige Gehirnoperation überstand er, wie auch seinen Fronteinsatz in Russland und die Gelbsucht. 1967 zog er mit seiner Frau und drei Kindern nach Berg. Nach 45 Jahren als Professor besann er sich auf die Astronomie, schenkte der Gemeinde sein bestes Teleskop und überzeugte sie, in Aufkirchen 1992 eine Sternwarte zu bauen, die er bis 2007 leitete. "Die Sternwarte ist sein Werk", sagt Bergs Bürgermeister Rupert Monn, der Jutz sehr geschätzt hat. "Er war so ein gebildeter lieber Mensch." Das Requiem mit anschließender Beisetzung findet am Freitag, 25. Januar, um 14 Uhr in der Klosterkirche Aufkirchen statt.