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Nach Fund einer gefesselten Katze:"Das ist eine Straftat"

Katze Tierheim Maria Much

Im Bad Tölzer Tierheim wird die gefundene Katze von Sylva Honis betreut.

Amtstierarzt Georg Unterholzner hofft auf Aufklärung der Tierquälerei

Den Amtstierarzt lässt diese schreckliche Sache nicht los: Georg Unterholzner, stellvertretender Leiter des Veterinäramts im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen, wünscht sich, dass der Fall der gefesselten Katze gelöst werden kann. Dass der Mensch, der das Tier derartig vorsätzlich gequält hat, ungeschoren davonkommt, könne er nicht akzeptieren. Unterholzner hofft, dass jemand die Katze auf dem Foto erkennt und einen Hinweis darauf geben kann, wem sie gehörte.

Am 30. Dezember gegen 20.45 Uhr hatte die Polizeiinspektion Geretsried "eine schaurige Mitteilung" erhalten, wie es später im Polizeibericht hieß. Ein Verkehrsteilnehmer hatte auf der Ortsverbindungsstraße zwischen der Bundesstraße 11 und Schwaigwall eine Katze auf der Straße gefunden. Das Tier war mit mehreren Kabelbindern so gefesselt, dass es sich nicht von der Straße bewegen oder selbst befreien konnte. Zudem hatte es eine oberflächliche Schnittverletzung.

Die Katze wurde tierärztlich mit Antibiotika und Schmerzmitteln versorgt und lebt seither im Tierheim Bad Tölz. Dort fühlt sie sich laut Tierheimleiter Hans Fichtner soweit wohl, dass sie auch schmuse und schnurre. Allerdings müsse man sehr vorsichtig sein, sie zu berühren, da sie durch das Fesseln verstört sei. Man müsse sich das vorstellen, sagt Fichtner, ein Mensch, der so gefesselt würde, litte jahrelang, vermutlich auf Lebenszeit unter diesem Trauma.

"Das geht zur Staatsanwaltschaft"

Der Veterinärmediziner Unterholzner, selbst Katzenbesitzer, sagt, er begegne in seinem Beruf ja durchaus Fällen von Tierquälerei. Aber dieser sei auch für ihn besonders erschütternd. Er betont: "Das ist eine Straftat." Da sei es nicht mit einem Bußgeld getan. "Das geht zur Staatsanwaltschaft, und das ist auch gut so."

Er macht außerdem darauf aufmerksam, dass die Katze nicht so abgelegt worden sei, dass sie sicher zu Tode gekommen wäre, sondern eher so, dass jemand sie habe entdecken müssen. Die zwischendurch aufgekommene Vermutung, die Schnittverletzung könnte bei einem Versuch entstanden sein, der Katze einen Kennzeichnungschip zu entfernen, hält der Tierarzt für unwahrscheinlich.

Unterholzner sagt, die etwa ein bis zwei Jahre alte weibliche Katze habe ein ziemlich unverwechselbares Aussehen. Erstens sei es eine der selteneren dreifarbigen sogenannten Glückskatzen, zweitens habe sie eine "eindeutige" Gesichtszeichnung und drittens ein weißes Lätzchen und "vier kleine weiße Söckchen".

Bei der Polizeiinspektion Geretsried sind, wie deren Leiter Franz Schöttl am Freitag sagte, auf den ersten Zeugenaufruf einige Hinweise eingegangen, die aber bisher nicht auf die richtige Spur geführt hätten. Die Polizei habe auch die Kabelbinder sichergestellt, die kriminaltechnisch auf DNA-Spuren untersucht würden.

Hinweise an die Polizei Geretsried, 08171/93510. Die Tierrechtsorganisation Peta hat 1000 Euro Belohnung ausgesetzt. Das Tierheim Bad Tölz betont, noch gehe es nicht darum, die Katze an neue Besitzer zu vermitteln