Nach dem Rauchverbot:Schelte der Wirte bleibt aus

Die Merheit der Wähler will ein strenges Rauchverbot. Und auch einige Hütten- und Gaststättenbetreiber haben garnichts gegen das neue Gesetz.

Birgit Lotze

Hütten, Stubn, Boazn - wo viel Holz ist, hält sich Rauch noch besser als in kahlen Räumen. Wirte von Traditionsgaststätten halten deshalb bereits seit Jahren ihre Gäste an, nicht zu rauchen. "Unsere Hütte hat keinen Abzug, überall Holz. Unsere Gäste rauchen seit fünf Jahren schon draußen", sagt Margit Walther, Wirtin der Tölzer Hütte am Brauneck. Sie ist erfreut über das per Volksentscheid durchgesetzte totale Rauchverbot. Allerdings haben ihre Gäste niemals an der Verbotsregelung in ihrer Hütte Anstoß genommen.

Nichtraucherschutz, Volksentscheid

Nach dem Volksentscheid zum Rauchverbot: NIcht alle Wirte haben etwas gegen ein strenges Gesetz.

(Foto: dpa)

Bonifaz Maier, Betreiber des Pulverwirts in Gaißach, hatte in seiner Gemeinde, die sich beim Volksentscheid als einer der raren Gegner eines Rauchverbots geoutet hat, mehr Schwierigkeiten. "Ich war maßlos enttäuscht von der Staatsregierung, dass sie da umgefallen ist" sagt Maier. "Jetzt haben sie es wieder. Durchgesetzt von den Bürgern."

Auch Bonifaz Maier freut sich natürlich über das positive Ergebnis des Volksentscheids "Für echten Nichtraucherschutz". Er hab es immer als "Belästigung" empfunden, "wenn die Hütte voll Rauch war". "Für uns ist das eine Befreiung", sagt er.

Sigi Zauner, sein Kollege vom moderneren Hochstandhaus, ist dagegen wenig begeistert. "Bei uns am Berg ist das Rauchverbot eigentlich wurscht", sagt er. Tagsüber säßen die Gäste eh meist draußen. Wanderer und Skifahrer würden dann auch kaum Lust auf Rauchen haben. Anders allerdings abends. Wenn er sein Haus am Wochenende oder für Hochzeiten mal abends aufmacht, will er den Gästen die Freiheit lassen, in ihrer Stube zu rauchen oder nicht. "Insofern finde ich das Rauchverbot eine Katastrophe. Ob in seiner Stub'n g'raucht wird oder nicht, das muss man dem Wirt schon selbst überlassen", sagt Zauner.

Monika Poschenrieder, Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes hält ihr eigenes Restaurant, den Walgerfranz in Bad Tölz, komplett rauchfrei. Trotzdem ist sie enttäuscht von dem Ergebnis des Volksentscheids. "Einige kleine Kneipen werden nicht überleben." Sie vermutet, dass die meisten Wähler gar nicht genau wussten, worüber sie abstimmten. Schließlich hätten nur 15 Prozent der Wirtschaften überhaupt ein Raucherzimmer. "Und warum muss alles komplett rauchfrei sein, wenn ich diese Bereiche gar nicht betreten muss?"

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