Kommunalwahl 2026Aus für Münsings Freie Wähler

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Michael Grasl ist für die Freien Wähler seit 21 Jahren Bürgermeister. 2026 tritt er nicht mehr an.
Michael Grasl ist für die Freien Wähler seit 21 Jahren Bürgermeister. 2026 tritt er nicht mehr an.
Harry Wolfsbauer
  • Die Freien Wähler in Münsing treten nach 30 Jahren zur Kommunalwahl 2026 nicht mehr an.
  • Überalterung der Mitglieder und fehlender Nachwuchs führten zur Auflösung des eingetragenen Vereins.
  • Bürgermeister Michael Grasl stellte 21 Jahre lang für die FW den Rathauschef und tritt 2026 nicht mehr an.
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Nach 30 Jahren tritt die Gruppierung nicht mehr an. Überalterung spielt wohl eine Rolle, obwohl die FW seit 21 Jahren den Bürgermeister stellen.

Von Benjamin Engel, Münsing

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Drei Jahrzehnte lang haben die Freien Wähler (FW) die Kommunalpolitik in Münsing zentral mitbestimmt. Mit Michael Grasl stellte die Gruppierung, die im Freistaat eine Koalitionsregierung mit der CSU bildet, in der Gemeinde am Ostufer des Starnberger Sees 21 Jahre lang den Bürgermeister. Doch zur Kommunalwahl 2026 treten die Münsinger FW nicht mehr an.

Das scheinen die Vertreter der Gruppierung pragmatisch zu sehen. „Wenn sich keiner für die Arbeit interessiert, dann ist es halt so“, sagt der inzwischen 75-jährige Josef Leis. Der Finanzberater zählt zu den Gründern der Freien Wähler in Münsing, saß von 1996 an für 20 Jahre im Gemeinderat der Kommune. Womöglich sei der Aufwand, den Verein zu führen, für die verbliebenen Mitglieder zu groß geworden. „Wir haben in unserer aktiven Zeit sehr viel bewegt“, sagt Leis und lässt eine Überalterung der Mitglieder durchklingen.

Erstmals angetreten war die Gruppierung zu den Kommunalwahlen im Jahr 1996, stellte mit Josef Leis und Josef Limm zwei Gemeinderäte. Bürgermeisterkandidat Ulrich Rethfeld kam nicht in die Stichwahl. Bürgermeister Michael Grasl schloss sich im Jahr 2000 den Münsinger FW an. 2005 errang er für die Gruppierung den Chefsessel im Rathaus.

Im Laufe der Jahre stellten die FW zwei, zwischen 2008 und 2014 drei Gemeinderäte. Laut Grasl habe die Gruppierung trotz einer sehr starken Liste im Jahr 2020 nur zwei Sitze errungen. „Für uns war dies Anlass, wegen zu geringer Mitgliederzuwächse den eingetragenen Verein aufzulösen“, sagt der Bürgermeister. „Der ehrenamtlich zu tragende Verwaltungsaufwand dafür war zu hoch.“ Peter Hacker, der 2020 als Ortsvorsitzender den Wahlkampf mitorganisierte, habe beschlossen, die Aktivitäten momentan einzustellen.

Die Vielfalt parteifreier Ortslisten in Münsing nennt Grasl als Hauptgrund für das Aus

In Münsing sind im Gremium viele parteifreie Ortslisten wie aus dem Hauptort, Degerndorf, Holzhausen und Ammerland präsent. Zudem haben die Christsozialen und die Grünen Sitze. „Junge Nachwuchskräfte, die wir angesprochen haben, sind leider nicht in dem erwünschten Ausmaß dazugekommen“, sagt Grasl. Langjährige Mitstreiter hätten aus Altersgründen nicht mehr kandidiert. Unter den Freien Wählern in Münsing sei der Eindruck entstanden, dass sich eine weitere, Ortsteile übergreifende Liste ohne Parteiideologie schwertun werde. „Nach 30 Jahren schade, aber zu akzeptieren“, sagt der Bürgermeister. Als ausscheidender Rathauschef sei er persönlich nicht ideal geeignet gewesen, Personen für eine neue Liste zu suchen.

Die 59-jährige Fischwirtschaftsmeisterin Susanne Huber, seit 2008 für die Münsinger FW im Gemeinderat, kandidiert 2026 für die Wählergruppe Holzhausen. „Es wäre dann wohl meine Aufgabe gewesen, das in die Hand zu nehmen“, sagt die Gemeinderätin aus Sankt Heinrich. Aber die organisatorischen Aufgaben lägen ihr nicht, erklärt Huber. Zudem stehe sie auch nicht kritiklos zu dem FW-Vorsitzenden und stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger.

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