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Münsinger Politik:Glasfaser für Weiler und Höfe

Gemeinde will Breitbandausbau mit Förderverfahren vorantreiben

Von Benjamin Engel, Münsing

Wie wichtig schnelle Internetverbindungen sind, hat die Corona-Pandemie heuer besonders verdeutlicht. Nur mit der richtigen Infrastruktur funktionieren Video-Konferenzen und Streamings einwandfrei. Die leistungsfähigsten Glasfaserverbindungen direkt ins Gebäude haben in Münsing aber momentan noch nicht einmal fünf Prozent aller Haushalte. Jetzt hat der Gemeinderat beschlossen, die Erschließung mit Förderverfahren weiter voran zu treiben. Damit könnten ungefähr die Hälfte aller 1450 Adressen im Gemeindegebiet diese Glasfaserleitungen bis ins Haus bekommen. Der Prozess ist allerdings zeitaufwendig.

Mit Hilfe der Bundesförderung können 102 abgelegenere Weiler und Höfe außerhalb der Ortszentren angeschlossen werden. Das betrifft vor allem Gebiete nördlich von Ammerland und Münsing sowie westlich von Degerndorf. Auf die Ausschreibung der Kommune hat alleine die Telekom ein Angebot abgegeben. Um die Wirtschaftlichkeitslücke von 3,2 Millionen Euro für den Ausbau zu schließen, würde der Bund 1,6 Millionen Euro Fördergeld zuschießen. Weitere 30 Prozent, sprich 964 000 Euro, finanziert der Freistaat. Die Gemeinde Münsing müsste 642 000 Euro zahlen, sagte Jürgen Schuster vom Büro Corwese, das im Auftrag der Kommune tätig ist.

Bis zum ersten Quartal kommenden Jahres sollte ein Kooperationsvertrag mit der Telekom geschlossen sein. Anschließend habe das Unternehmen aber bis zu 48 Monate Zeit, das Glasfasernetz auszubauen, sagte Schuster. Dafür wären auf einer Länge von knapp 15 Kilometern Tiefbauarbeiten notwendig.

Mit Hilfe des bayerischen Förderprogramms "Gigabit-Richtlinie" könnte Münsing laut Schuster insbesondere in Degerndorf, St. Heinrich und Degerndorf schnelleres Internet ausbauen. Mit der maximalen Fördersumme von sechs Millionen Euro könnten 600 Adressen Glasfaser bis ins Haus bekommen.

© SZ vom 18.11.2020
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