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Münsinger Bürgerversammlung:Planungsstände nur persönlich einsehbar

Von Benjamin Engel, Münsing

Persönlich ins Münsinger Rathaus kommen müsste, wer Pläne oder das Modell zum geplanten Bürgerhaus sehen will. Das hätte Johannes Müller gerne einfacher. Der Münsinger beklagte in der Bürgerversammlung, warum die Gemeinde aktuelle Visualisierungen nicht auf ihrer Homepage veröffentliche. Unterlagen, die über den Entwurf des Architektenwettbewerbs hinausgingen, habe er dort nicht gefunden. Müller beantragte, die Entwurfspläne der kommunalen Vorhaben online zu veröffentlichen. Denn nur so könne sich die Bevölkerung ein Bild machen, worüber der Gemeinderat gerade diskutiere.

Der Pallaufhof am Standort des neuen Bürgerhauses ist abgebrochen. Der Gemeinderat hat das Planungskonzept mit einem Veranstaltungssaal für 350 bis 400 Besucher im Juni gebilligt. Ein Architektenwettbewerb war vorausgegangen. "Wir stehen vor der Genehmigungsplanung", sagte Bürgermeister Michael Grasl (FW). Die Pläne und das Modell für das Bürgerhaus seien im Rathaus einzusehen. Zudem sei das Projekt schon mehrmals öffentlich vorgestellt worden. Nicht jeder Planungsstand könne sofort im Internet veröffentlicht werden, machte Grasl deutlich. Die Pläne seien umfangreich, würden aber veröffentlicht, wenn der Bauantrag spruchreif sei.

Ebenso wie Müller den neuen Saal im Bürgerhaus "persönlich nicht braucht", stellte er auch den Hochwasserschutz in Ammerland infrage. Die Gemeinde solle ausführlich begründen, warum sie für das Vorhaben drei Millionen Euro (Stand: 2017) ausgeben wolle. Warum man das Regenwasser schon bei der Rosswoad östlich von Ammerland sammeln müsse, um es in den Starnberger See zu leiten, frage er sich. Könne man den Niederschlag nicht weiter unten Richtung See vor dem für die Feuerwehr geplanten neuen Gebäude sammeln? Könnten so das Haus und das Gasthaus Gerer nicht auch hochwassersicher gemacht werden? Laut Regierung von Oberbayern habe die Gemeinde nur die Pflicht, den Schutz auszubauen, wenn die Kosten in einem vernünftigen wirtschaftlichen Verhältnis zum Schaden stünden. Es existiert laut Grasl allerdings ein Überflutungsmodell, wonach die Häuser zwischen Rosswoad und geplantem Feuerwehrhaus hochwassergefährdet sind. Die Anwohner könnten die Kommune verklagen, wenn diese nichts mache. "Auch da gibt es Beschlüsse", sagte Grasl. Die Maßnahmen würden nicht staatlich gefördert, wenn sie nicht wirtschaftlich wären.

Recht gab der Bürgermeister aber Müller, dass das versprochen Sanierungskonzept für die gemeindeeigenen Brücken noch aussteht. Das hätte ursprünglich heuer vorgelegt werden sollen. "Wir müssen das nächstes Jahr entscheiden", sagte er. Nicht alle könnten aber gleichzeitig saniert werden. Der Gemeinderat müsse eine Reihenfolge festlegen.

© SZ vom 09.10.2020

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