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Münsinger Bürgerversammlung:Gleichbehandlung am Ambacher Hang

Wiedemann-Sanatorium

Anwohner in Ambach kritisieren eine aus ihrer Sicht zu kleinteilige Planung rund ums Wohnstift und fordern eine Lösung im größeren Umkreis.

(Foto: Manfred Neubauer)

Anwohner fordern einen Bebauungsplan auch für ihre Grundstücke zusätzlich zum Areal des Wiedemann-Sanatoriums

Das in Ambach geplante Seniorenwohnstift droht andere Themen auf der Bürgerversammlung an diesem Dienstag zu überlagern. Jetzt kritisieren Anwohner eine aus ihrer Sicht zu kleinteilige Planung. Grundeigentümer am Hang um den Simetsberg- und Pilotyweg sowie die Holzbergstraße fordern in einem Schreiben von Ende August eine Gesamtlösung im größeren Umkreis. Doris Maier und Mitstreitern ist suspekt, dass ein Bebauungsplan nur das Wohnstift und das südlich angrenzende Grundstück der Familie Wiedemann umfassen soll. "Es geht uns um Gleichbehandlung", sagt Maier. "Wenn etwas gemacht wird, dann nicht nur für einen."

Angrenzend an das Seniorenwohnstift des Kuratoriums Wohnen im Alter (KWA) will die Familie Wiedemann ihr Haus "Riviera I" abreißen. Dort sollen zwei Häuser mit jeweils um die 240 Quadratmeter Wohnfläche entstehen. Der Familie hatte der Münsinger Gemeinderat signalisiert, ihr Vorhaben in den Bebauungsplan einschließen zu können. Der Ostuferschutzverband (OSV) fürchtet, dass sich ein "Luxuswohngebiet" entwickeln könnte.

Historische Villen, alte Bäume und Bauernhäuser prägen die Umgebung des früheren Sanatoriumsareals. Und das soll für Maier auch so bleiben. "Es geht uns nicht darum, dass der ganze Hang bebaut wird", stellt sie klar. Wenn Wohnungsbauten geplant würden, müsse ein Bebauungsplan alle Anwohner am Hang einbeziehen. "Alles andere führt zu Flickwerk und Ungerechtigkeit." Konkrete Bauwünsche gibt es laut Maier nicht. Aber auch die Einheimischen brauchten künftig Wohnraum für sich und ihre Familien. So heißt es in dem Schreiben.

Für Bürgermeister Michael Grasl (FW) sind die Argumente zwar verständlich. Wie er aber klarstellt, könnten die Grundstücke insbesondere auch östlich des Simetsbergwegs derzeit nicht in den Bebauungsplan aufgenommen werden. Die Wiesen im Osten seien bekanntermaßen landwirtschaftliche Flächen im Außenbereich. "Das ist kein Bauland", betont Grasl. Erst einmal werde sich die Gemeinde darauf konzentrieren, das Sanatoriumsgelände zu entwickeln.

Gleichzeitig hat wohl das KWA auf die Kritik an ihren Plänen für den Wohnstiftbau reagiert. Laut Grasl wird das Unternehmen nun darauf verzichten, ein zusätzliches Stockwerk auf einem der Gebäude auszubauen. "Es kommen auf jeden Fall weniger als 80 Wohnungen", hat er in einem Pressegespräch betont. Er möchte, dass der Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan noch in diesem Jahr gefasst wird. Vor dem Jahr 2021 würde mit dem Bau aber sicher nicht begonnen.

Zu den Brennpunkten vor der Bürgerversammlung (Beginn: 19.30 Uhr; Gemeindesaal) zählen auch der abgelehnte Mobilfunkmast bei Holzhausen oder der Hochwasserschutz in Ammerland. Dort will die Kommune nun der Feuerwehr einen Neubau ermöglichen.