bedeckt München 12°

Münsing/Wolfratshausen:Umsteigen unmöglich

Franz X. Sailer kritisiert schlechten Busanschluss nach Wolfratshausen

Für den früheren Grünen-Kreisrat Franz Xaver Sailer könnte es so einfach sein: Er fährt um 17.20 Uhr mit dem Bus der MVV-Linie 961 in Ammerland los, wechselt wenige Minuten später in Münsing die Buslinie und ist kurz darauf in Wolfratshausen. Doch so unkompliziert, wie er es sich wünscht, geht es nicht, was ihn zunehmend verägert. Denn an der Münsinger Haltestelle am Kirchberg kommt er mit dem öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) montags bis freitags um 17.25 Uhr an. Zu diesem Zeitpunkt ist der erforderliche Anschlussbus der MVV-Linie 373 jedoch schon vor drei Minuten losgefahren.

Zweimal ist der Tölzer Sailer so schon im Vorjahr nach einem Verwandtenbesuch am Starnberger See in Münsing gestrandet. Beim zuständigen ÖPNV-Fachbereichsleiter im Tölzer Landratsamt hat er sich bereits 2019 beschwert. "Nichts ist passiert", berichtet Sailer. Diese "Fehlplanung" ärgert ihn. "Nicht alle haben ein Auto", sagt er. Ohne das komme man dann nicht weiter. Ein entsprechendes Bus-Angebot würden sicher auch einige Badegäste nutzen, glaubt er. Doch die Verbindungen seien einfach nicht koordiniert.

"Nicht zufriedenstellend" ist die Fahrtverbindung auch für die Sprecherin des Tölzer Landratsamts. Marlis Peischer bittet Sailer aber auch, sich noch zu gedulden. Denn der Landkreis überarbeitet seit zwei Jahren seinen Nahverkehrsplan. Voraussichtlich im kommenden Frühjahr soll der Kreistag die aktualisierte Version beschließen. "Das geschilderte Problem ist Teil der Schwachstellenanalyse und gleichzeitig Teil der Handlungsfelder, die prioritär umgesetzt werden müssen", erklärt Peischer auf Nachfrage. Derzeit gehe es darum, für den neuen Nahverkehrsplan viele kleinere und größere Maßnahmen zu sammeln und zu bewerten. Das Problem sei erkannt. An der bestmöglichen Lösung dafür werde gearbeitet.

© SZ vom 01.10.2020 / bene

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite