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Münsing:Sanierungskur für Kursanatorium

Große Pläne für die seit fünf Jahren leer stehende Einrichtung in Ambach: Investoren wollen hier für 30 Millionen Euro ein Kompetenzzentrum für Psychosomatik mit 160 Betten einrichten

Ein medizinisches Großprojekt bahnt sich in Ambach am Ostufer des Starnberger Sees an: Die KPG Ambach GmbH & Co. KG möchte das ehemalige Wiedemann-Kursanatorium übernehmen. Ein Kompetenzzentrum für Psychosomatik und Gesundheit mit bis zu 160 Betten soll auf dem Gelände entstehen. Die Gebäude des einstigen Prominenten-Sanatoriums stehen seit fünf Jahren leer. Dieter Engels, Geschäftsführer der PHS-Projektentwicklungsgesellschaft, und Architekt Gernot Brandl stellten ihr Vorhaben am Dienstag im Münsinger Gemeinderat vor. Das Gremium stimmte dem Vorbescheidsantrag geschlossen zu. Engels rechnet mit einem Investitionsvolumen von 28 bis 30 Millionen Euro. Die Sanierung soll Mitte 2016 abgeschlossen sein.

Das Klinikzentrum soll sich an Patienten mit psychosomatischen Krankheiten richten, wie zum Beispiel Burnout. Engels rechnet damit, dass die Zahl der von diesen Leiden betroffenen Menschen in den kommenden Jahren steigen wird. Sowohl Privat- als auch Kassenpatienten sollen sich in der Klinik behandeln lassen können. "Wir wollen keine abgehobene Klinik", sagte Engels. Die Apparate-Medizin solle ebenfalls nicht im Vordergrund stehen. In der Region existierten genügend derartige Angebote. Mit diesen Einrichtungen seien allerdings Kooperationen erwünscht.

Fünf Gebäude befinden sich auf dem rund 16 000 Quadratmeter großen Gelände am Piloty- und Simetsbergweg. Vier davon zählen zur Konkursmasse des Unternehmens Sanacare Italia; eines gehört den Brüdern Dieter und Michael Wiedemann. Für beide Besitzer hätten sie schon Kaufvertragsentwürfe vorbereitet, sagte Engels. Ziel sei es, den überwiegenden Teil der bestehenden Gebäude zu reaktivieren, also zu sanieren und zu modernisieren.

Das ehemalige Praxishaus am Pilotyweg soll auch künftig das zentrale Element im Ensemble sein. In den Räumlichkeiten werden laut Engels Empfang, Arzt- und Besprechungszimmer sowie Therapiebereiche untergebracht sein. Das Haus "Riviera I" wird saniert, renoviert und es wird ein Laubengang vorgebaut. Teilweise umgebaut wird das Gebäude "Riviera II". Die Küche, ein Restaurant und Aufenthaltsräume sollen wie früher im "Waldschlössl" angesiedelt sein. Alle vier Gebäude würden im Bestand erhalten und energetisch saniert, sagte Brandl. Nur das Panoramahaus im nördlichen Teil des Geländes müsse man abreißen. "Die Räumlichkeiten sind zu groß, um sie wirtschaftlich betreiben zu können." Das Kellergeschoss bleibe aber erhalten.

Noch verhandeln die Projektentwickler allerdings mit künftigen Inhabern. Laut Engels ist einer davon Professor Erich Burrer, der das Sigma-Zentrum - ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und psychosomatische Medizin - in Bad Säckingen mitbetreibe.

Laut Bauamtsleiter Stephan Lanzinger sind mit 68 Stellplätzen zwölf mehr als die erforderlichen 56 ausgewiesen. Trotzdem äußerte Gemeinderat Sebastian Graf (Freie Wähler) Bedenken. Er hielt die Zahl der Parkplätze für zu gering, sollten etwa am Wochenende Besucher mit dem Auto anreisen. Brandl verneinte Probleme. Die Patienten befänden sich in der Regel vier bis sechs Wochen in der Klinik und sollten in dieser Zeit nicht besucht werden.

Gemeinderätin Ursula Scriba (Bürgerliste) wollte wissen, wie die Außenanlagen gestaltet werden sollen. Das Seeufer sei ein landschaftlich sensibler Bereich, gab sie zu bedenken. Fremdartige Pflanzen beispielsweise gehörten nicht dorthin. Ein eigens eingeschaltetes Büro werde einen Grünflächenplan erarbeiten, wenn man den Bauantrag stelle, sagte Engels.