Münsing/Lindau:Pocci-Preis für einen Reichersbeurer

Die Lindauer Marionettenoper ist mit dem Pocci-Preis ausgezeichnet worden. Die in Münsing ansässige Franz-Graf-von-Pocci-Gesellschaft hat ihn zum 16. Mal verliehen. Die Laudatio hielt nach Auskunft des Vorsitzenden Michael Köhle der Lindauer Kulturamtsleiter Alexander Warmbrunn. "Da ich von der Oper komme und die Oper liebe, dachte ich, wie sollen Marionetten eine Oper darstellen?", wird Warmbrunn zitiert. Doch innerhalb weniger Minuten sei er hineingezogen worden in die Inszenierung und habe keine Fäden mehr gesehen. Der Gründer und künstlerische Leiter Bernhard Leismüller, den Warmbrunn als "mutig und visionär" würdigte, schaffe es, seinen Figuren Leben einzuhauchen. Leismüller ist in Reichersbeuern geboren und hat am Tölzer Marionettentheater gelernt.

"Oper ist kein Schauspiel mit Gesang, das weiß Bernhard Leismüller, und weil seine Marionetten ja keine Mimik besitzen, transportiert er alle Formen des Ausdrucks über Gesten, wenige Millimeter entscheiden darüber, ob eine Figur Demut, Trauer oder Freude ausstrahlt", so Warmbrunn, dies beherrschten Leismüller und sein Team perfekt. Die Stadt Lindau schätze sich glücklich, die im Jahr 2000 gegründete Marionettenoper zu haben. Mehr als 200 000 Besucherinnen und Besucher seien dort seither zu Gast gewesen; Leismüller habe mehr als 500 Marionetten gebaut. Das Ensemble zähle 14 Puppenspieler, insgesamt arbeiteten um die zwanzig Menschen für die Marionettenoper. "Fast mag man Bernhard Leismüller einen Tausendsassa nennen, so wie es auf jeden Fall auf Franz Graf von Pocci, auf den 'Kasperlgraf' zutrifft", sagte Warmbrunn.

© SZ vom 09.08.2021 / fam
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