Dem "bledn Heischnupfa" hat er ein Lied mit Ohrwurmqualität gewidmet, dem "Soiz in meiner Suppn" eine Liebeserklärung: Jan Wannemacher, ein junger Liedermacher aus Münsing, lässt aufhorchen. Vor Kurzem hat er im Geltinger "Hinterhalt" seine EP "Oa Quartl" präsentiert. "Ich bin zufrieden", sagt er über den Auftritt. "Es waren schon auch Leute da, die ich nicht kannte." Erst voriges Jahr hat er angefangen, mit seiner jetzigen Band live zu spielen. Dass er nun Erfolg mit selbst komponierter Musik hat, scheint den 32-Jährigen selbst zu überraschen.
Wer den Auftritt verpasst hat, kann sich auf Youtube einen Eindruck verschaffen. Das Video zu "Soiz in meiner Suppn" https://www.youtube.com/@janwannemacher ist in der Lothhof-Tenne in Münsing entstanden. Mit dabei sind Ilya Khenkin (Tuba), Lukas Schöberl (Cajon) und Helena Grasl (Gesang). Sie haben auch schon am "Heischnupfa"-Song mitgewirkt, der es 2021 unter Mithilfe des Meivereins, der sich für Mundart-Musik stark macht, in die Playlists von Alpin FM, Radio Charivari und Radio Buh geschafft hat, einem von LaBrassBanda-Chef Stefan Dettl betriebenen Radio. Das Video spielt in Holzhausen und Umgebung.
Zunächst studiert er etwas Grundsolides - und singt nebenbei Songs für Kinderfilme
Seine Musik beschreibt der Liedermacher, der im hessischen Rüsselsheim geboren wurde, als bairischen Akustik-Pop. Als seine Eltern ins oberbayerische Pfaffing zogen, war er drei Jahre alt. Sein Vater, ein Orthopädiemechanikermeister, übernahm damals in Ottobrunn ein Geschäft. Mittlerweile ist Wannemacher selbst Vater. Söhnchen Leopold schaut auf noch wackeligen Beinen zur Wohnzimmertür herein, vergewissert sich, dass Papa noch da ist.
Musik habe ihn immer begleitet, erzählt er. Der Großvater habe Akkordeon gespielt, die Oma gesungen, der Vater in einer Band gespielt. Früh schon habe er Festival-Luft geschnuppert, etwa beim "Kuahgarten-Open Air" in Wasserburg. 2001, mit gerade elf Jahren, dann der erste eigene Auftritt. 2009 knüpft er über die Jazz Juniors, einer vom Landesjugendorchester Bayern ins Leben gerufenen Big Band, Kontakte in die Filmszene - und bekommt eine Singrolle in "Freche Mädchen". Später folgen Engagements bei den "Fünf-Freunde"-Filmen. "Alle Aufträge haben sich nebenbei ergeben", sagt er. Der Fuß ist in der Tür, aber zunächst hat das Studium Vorrang.
Wannemacher entscheidet sich für etwas Grundsolides: BWL am Campus Pasing der Hochschule München. "Ich dachte mir, das ist nie verkehrt." Das Studium beendet er 2014 mit dem Bachelor und beginnt, als Selbstständiger im Bereich Marktforschung zu arbeiten, betreibt Kundenakquise. "Designed Thinking" ist die Methode, nach der er unter anderem arbeitet.
Nach dem Tod seines Vaters 2016 übernehmen er und sein Bruder vorübergehend dessen Betrieb. "Ich habe mich neu sortieren müssen", sagt er. Schon länger habe er von einer Karriere als Musiker geträumt. "Aber ich hatte Angst, dass ich abgelehnt werde." Schließlich zieht er von München in den Münsinger Ortsteil Reichenkam, aus dem seine Frau Carmen stammt.
Was für ein Glück, dass dort die Pollen fliegen, die Nase juckt und die Augen tränen. Mit geschwollenen Augen schreibt er seinen ersten Hit. Bisher hat er seine Musik selbst produziert. "Nun bin ich bereit, mit einem Produzenten zu arbeiten und meine Musik auf ein neues Level zu heben", sagt er. Die Präsentation der EP "Oa Quartl" im "Hinterhalt" sei für ihn ein Meilenstein gewesen. Dass ihm die Leute ihre Zeit schenkten, empfinde er als "größtes Glück".
Jan Wannemachers nächster größerer Auftritt ist für Mittwoch, 24. Mai, beim Frühlingsfest in Wasserburg geplant. Infos unter janwannemacher.de
