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Neuer Regionalplan:Windrad-Standorte in drei Gemeinden

Der Regionalplan zur Windkraft soll Verspargelung verhindern. In drei Kommunen stehen nun verbindlich Vorrangflächen fest.

(Foto: Arlet Ulfers)

Die Fortschreibung des Regionalplans für das Oberland ist fertig. Drei Gebiete im Kreis bleiben für neue Rotoren im Rennen.

Jetzt ist es verbindlich: Die 9. Fortschreibung zur "Windenergie" des Regionalplanes der Region Oberland ist in Kraft getreten. Damit steht fest, dass im Landkreis vorrangig auf ausgewiesenen Flächen in den Gemeinden Münsing, Icking und Egling Windkraftanlagen entstehen dürfen.

Sogenannte "weiße Flächen", deren Nutzung für Windkraft oder die Freihaltung davon unbestimmt bleibt, liegen in Geretsried, Königsdorf sowie zwischen Münsing und Eurasburg. Auf allen weiteren Gebiete im Kreis können indes keine Windräder gebaut werden.

Königsdorf bleibt außen vor

Der Planungsverband Region Oberland hatte 2011 beschlossen, ein Gesamtkonzept für die Steuerung sogenannter "raumbedeutsamer Windkraftanlagen" aufzustellen. In den Entwürfen waren neben Vorrangflächen in Münsing und Egling auch in den Kommunen Geretsried, Dietramszell, Icking und Königsdorf vorgesehen gewesen. "Ausgewiesene Positivflächen sollen die Windkraftanlagen an geeigneten und für die Natur, Landschaft und Bevölkerung verträglichen Standorten konzentrieren", heißt es in der entsprechenden Mitteilung des Landratsamtes.

Bei der neuerlichen Festschreibung wurde die Fläche in Königsdorf jedoch als nicht mehr vorrangig bewertet. "Mit rund 50 Hektar war sie einfach zu klein", erklärt Bürgermeister Anton Demmel (FW). Um der Verspargelung entgegenzuwirken, müssten auf den Flächen jeweils mindestens vier Anlagen Platz haben, vermutet Demmel.

Schwerpunkt Egling

Zwei der insgesamt drei nun verbindlichen Vorrangflächen liegen im Gemeindegebiet Egling: Einmal nördlich von Sonnenham, einmal nördlich von Endlhausen. Für Bürgermeister Hubert Oberhauser (FW) das kleinere Übel, denn ursprünglich waren drei Vorrangflächen in der Gemeinde vorgesehen. Doch dagegen hatte sich der Rat vor zwei Jahren gestemmt: Mit drei Flächen und insgesamt 222 Hektar werde die Gemeinde über Gebühr belastet, hieß es damals. Auch natur- und artenschutzrechtliche Aspekte waren bis dato nur unzureichend berücksichtigt.

Hätte Egling keine Fläche ausgewiesen, so wäre das "eine Negativplanung, die juristisch nicht haltbar gewesen wäre", erklärt Oberhauser. So aber "können wir alle weiteren Flächen sichern", sagt er. Doch bevor tatsächlich Windräder dort gebaut werden, "müssen erst einmal die Grundstückseigentümer gewonnen werden", sagt Oberhauser.

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"Nicht wie in Berg"

Münsings Bürgermeister Michael Grasl (FW) sieht es positiv, dass eine Fläche zwischen Icking und Münsing als Option festgeschrieben ist. Als Pilotgemeinde in Sachen Energiewende habe man sich zwar nach der Einführung der 10H-Regelung anderen Themen der regenerativen Energiegewinnung verschrieben.

Der Blick gehe aber durchaus auch nach Berg. "Die Zukunft eines Projektes lebt und stirbt meist mit dem Pilotprojekt", nennt das Amtskollege Demmel. Doch sollte tatsächlich das Thema Windkraftanlage in Münsing aktuell werden, "müssen wir den Weg des Miteinanders finden und uns frühzeitig mit der Nachbarn aus Höhenrain zusammen setzen", betont Grasl. So wie es mit Berg gelaufen sei, "darf es sich nicht wiederholen".

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