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Münsing:Die Wasserwacht setzt sich durch

Die dringend benötigte neue Station im Ambacher Erholungsgelände am Starnberger See kann nun doch wie geplant gebaut werden. Die Mehrheit im Münsinger Rat stimmt im zweiten Duchgang zu

Der Münsinger Gemeinderat hat seine Entscheidung über einen Neubau der Wasserwachtstation im Ambacher Erholungsgelände revidiert. Ende Januar hatte der Erholungsflächenverein München einen ersten Antrag gestellt, den die Räte ablehnten. In der Sitzung am Dienstag billigten sie das Vorhaben jedoch mit zehn zu sieben Stimmen. Die Gegner des Projekts kritisierten die Riegelwirkung der neuen Station, die mit 26 Metern doppelt so lang sein wird wie der veraltete, marode Vorgängerbau. Einigen missfiel, dass das Gebäude längsseitig zum Starnberger See und nicht giebelseitig angeordnet werden soll.

Josef Leis (FW) und Thomas Schurz betonten, sie wollten die Wolfratshauser Wasserwacht nicht in ihrer Arbeit behindern. Nur die bauliche Variante sähen sie problematisch. Ihre Kritik hatte auch ein Ortstermin vor vier Wochen nicht ausräumen können. Damals war Schurz für eine zweigeschossige Station eingetreten. Jetzt bemängelte er, dass der erste Bauantrag praktisch unverändert noch einmal vorgelegt worden sei. Leis sah sämtliche Richtlinien des Rahmenplans für das Ostufer des Starnberger Sees missachtet, den die Gemeinde für die Erhaltung des traditionellen Landschafts- und Ortsbilds erlassen hat. Es gebe viele giebelseitige Gebäude direkt am Seeufer. Er bedauerte, dass kein Kompromiss gefunden werden konnte.

Die Wasserwachtstation am Ambacher Erholungsgelände ist marode. Wie hier im Bootshaus haben die ehrenamtlichen Einsatzkräfte kaum Bewegungsfreiheit.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Dagegen verwahrte sich Bürgermeister Michael Grasl (FW). Das sei nur eine Sichtweise, sagte er. Es liege eine ergänzte Planfassung mit einem Anschreiben zur Wegeführung vor. Demnach verlangt der Rat, dass der direkt hinter der Station vorbeiführende Weg nach Möglichkeit verlegt wird, um die Sicherheit zu erhöhen. Zugleich hätten sie intensiv mit den zuständigen Behörden - Landratsamt, Erholungsflächenverein als Bauherr, Schlösser- und Seenverwaltung - diskutiert.

Sämtliche Grundsätze der Rahmenplanung seien nicht über Bord geworfen, sagte Grasl. Ein flaches Gebäude habe seine Berechtigung. Das Landratsamt werde einem zweigeschossigen Bau an dieser Stelle direkt am Seeufer nie zustimmen. Die Station sei von großer Bedeutung.

An einem Sommertag tummeln sich um die 3000 Badegäste vor der Station am und im Wasser. Das 42 Jahre alte Holzhaus ist marode und klein. Teils sind schon Bodenbretter durchgebrochen. Die Einsatzkräfte der Wolfratshauser Wasserwacht teilen sich eine Toilette und eine Dusche.

Das derzeitige Gebäude ist für die Wasserwacht zu klein. Der Neubau wird doppelt so lang.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Für funktionelle Arbeitsabläufe bräuchten die Einsatzkräfte einen zentralen Eingang, sagte Christian Winklmeier, technischer Leiter der Wolfratshauser Wasserwacht. Von dort sollten sie im Notfall schnell über den Aufenthaltsraum zur Umkleide und in das Bootshaus gelangen können. Vom Funkraum aus müssten sie das Wasser gut überblicken können, ebenso vom Aufenthaltsraum aus.

Matthias Richter-Turtur (Wählergruppe Ammerland) trat für den Neubau ein. Die Funktion der Station als Rettungs- und Notfallgebäude müsse das Primat haben, sagte er. Ein zusätzlicher erster Stock oder auch die Station auf zwei Gebäude aufzuteilen sei für die Arbeitsabläufe nicht sinnvoll. Die Wasserwacht müsse mit wenigen Leuten auskommen. Deswegen sei eine übersichtliche Raumaufteilung entscheidend. Bei zwei Gebäuden wüsste der eine nicht, wo der andere sei, sagte Richter-Turtur.

Regina Reitenhardt (Wählergruppe Münsing) sah keine Alternative zu dem jetzigen Bauantrag. Die Wasserwacht benötige ein Gebäude, das funktionell und bestens ausgestattet sei. Dafür sei eine längliche Raumaufteilung erforderlich, sagte sie. Die Wasserwachtstation lasse sich nicht giebelseitig zum See anordnen, sagte Dritter Bürgermeister Ernst Grünwald (Wählergruppe Ammerland). Er sei ein Verfechter des Rahmenplans. Doch in diesem Fall solle man eine Ausnahme machen.